Leichtsinn
Erst im Sommer 2012 hatte BMW sein teuerstes Modell leicht überarbeitet. 2015 soll eine neue Generation starten, die wohl erstmals auch mit einem Vierzylinder angeboten wird. Derzeit wird der Wagen auf dem Nürburgring getestet
Haar, 21. Oktober 2013 – In der automobilen Oberklasse machen die drei Hersteller Audi, Mercedes und BMW hierzulande die Sache weitgehend unter sich aus, wenn es um Marktanteile geht. Mercedes ist mit einer brandneuen S-Klasse seit Juli auf dem Markt, Audi kontert noch in diesem Jahr mit einem umfangreichen Facelift des A8. BMW hat zuletzt im Juli 2012 sein Topmodell leicht überarbeitet, 2015 soll ein dann die sechste Generation der 7er-Reihe zu den Händlern rollen. Bei Abstimmungsfahrten auf dem Nürburgring sind neue Bilder von einem Erlkönig entstanden.
Leichter dank Carbon
Auch wenn der noch stark getarnt ist, lassen sich erste Designmerkmale erahnen. Die in die Breite gezogenen Scheinwerfer reichen wie beim 3er und 4er künftig bis an die Doppelniere heran. Diese wird noch etwas größer ausfallen. Eine abgesenkte Dachlinie soll den Wagen eleganter wirken lassen. Die Heckpartie mit schmalen Leuchten wird gefälliger gestaltet als bislang. Dank des Einsatzes von Carbon soll der künftige 7er um bis zu 200 Kilogramm leichter ausfallen als das aktuelle Modell, was sich positiv auf den Verbrauch auswirken soll. BMW kann hier offenbar Know-How und Ressourcen aus der Produktion seiner i-Modelle erstmals in die Großserie einbringen.
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Der nächste BMW 7er ist derzeit noch auf dem Nürburgring unterwegs.
Erstmals auch mit vier Zylindern
Bei den Motoren dürften die bekannten Sechs- und Achtzylinder etwas mehr Leistung als bisher bekommen. Für die solvente Kundschaft wird auch wieder ein V12 angeboten, für jene, die in dieser Klasse sparen wollen, ein Plug-in-Hybrid. Erstmals könnte auch ein Vierzylinder in den 7er Einzug halten. Wir tippen auf den Zweiliter-Vierzylinder aus 328i und 528i, die dort aktuell 245 PS und 350 Nm bieten. Möglicherweise wird diese Maschine noch leicht überarbeitet – viel mehr Leistung wird sie aber vermutlich nicht bereitstellen. Der Vierzylinder in dieser Klasse ist eine Reaktion auf die Pläne der EU, den Flottenverbrauch zu senken. Aus dem gleichen Grund wurden schon die freisaugenden Sechszylinder aufgegeben, einst ein Markenzeichen von BMW.
Diese Reihensechszylinder waren in der Praxis zwar meist nicht wesentlich durstiger als die modernen Downsizing-Angebote der Konkurrenz, doch die Gesetzgeber orientieren sich derzeit noch am NEFZ. Dort können die Motoren im Tiefschlaf bleiben, Leistung wird ihnen so gut wie nicht abverlangt – gut für viele Downsizing-Motoren, die erst auf der Straße anfangen, deutlich von den Prospektwerten abzuweichen. Und zwar nach oben. Erst wenn mit dem Nachfolger „Worldwide harmonized Light vehicle Test Procedure“ (WLTP) voraussichtlich im Jahr 2017 in Kraft tritt, könnte sich daran etwas ändern. Da die Autokonzerne aber eine große Lobby unterhalten, scheint es derzeit fraglich, ob der Kunde tatsächlich realitätsnahe Angaben zum Verbrauch bekommt. Bleibt also auch die Frage, wie weit sich auch BMWs Oberklasse künftig noch wandeln muss. (mfz)