Elektroautos: Eine Karosserie aus Akkus
Ingenieure arbeiten an neuen, beliebig formbaren Batterien, die Karosseriebereiche ersetzen sollen und so leichtere Elektroautos erlauben.
Akkus für Elektroautos könnten in Zukunft direkt als Karosserieteil aufgebaut werden. Tesla Motors und Volvo experimentieren derzeit damit, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Damit können Sie zwei Aufgaben in einem erledigen", sagt Leif Asp von der Technischen Universität Lulea in Schweden, der mit Volvo zusammenarbeitet.
Volvo hat kürzlich einen Lithium-Ionen-Akku vorgestellt, in dem die Elektroden aus dünnen flächigen Schichten bestehen, die sich biegen oder falten lassen. Dadurch kann der Akku zum Beispiel zwischen Carbonfaserplatten untergebracht werden. Gemeinsam mit Ingenieuren der Technischen Universität Lulea hat der Autobauer aus dem Carbon-Akku-Sandwich verschiedene Autoteile gefertigt, darunter einen Kofferraumdeckel. Die Teile lieferten zusammengenommen in einem Volvo S80 genug Strom, um die kleine Extrabatterie für die Start-Stopp-Automatik zu ersetzen.
Das US-Forschungsprogramm ARPA-E (Advanced Research Projects Agency for Energy) fördert die Entwicklung solcher neuen Batterie-Autoteile mit 37 Millionen Dollar. Zwei Projekte untersuchen auch, ob Akku-Packs sich so konstruieren lassen, dass sie bei einem Unfall einen Teil der Aufprallenergie absorbieren können, etwa indem man die einzelnen Akkus gegeneinander verschiebbar anordnet. Ein solches Batterie-Pack könnte Materialien ersetzen, die üblicherweise als Aufprallschutz verbaut werden.
Am Imperial College in London wird unterdessen an einem Carbonfasermaterial gearbeitet, das gegenüber dem von Volvo noch leistungsfähiger ist. Das Epoxidharz, das die Kohlefasern verbindet, wird dabei durch eine Mischung aus festen und flüssigen, elektrisch leitfähigen Materialien ersetzt. Ergebnis ist eine Art Superkondensator, der genug Energie speichern könnte, um die Start-Stopp-Automatik zu versorgen.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)