Drittverwertung

Die Tourenfahrer begannen schon nervös vor den Schaufenstern der BMW-Händler auf und ab zu laufen. Die R 1200 GS war schon seit dem Frühjahr erhältlich, die Adventure wurde zu Beginn des Herbsts präsentiert, doch wo blieb die Tourenversion R 1200 RT?

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Von
  • Ingo Gach
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Köln, 2. Dezember 2014 – Die Tourenfahrer begannen schon nervös vor den Schaufenstern der BMW-Händler auf und ab zu laufen. Die R 1200 GS mit dem neuen, wassergekühlten Boxermotor war schon seit dem Frühjahr erhältlich, die Adventure wurde zu Beginn des Herbsts präsentiert, doch wo blieb die Tourenversion R 1200 RT? Nicht jeder BMW-Kunde möchte auf hohen Federwegen den Eindruck vermitteln, er wolle durch die Sahara fahren.

Erleichterung machte sich erst zur EICMA breit, als BMW den lang ersehnten Tourer endlich vorstellte. Nun also das dritte Modell mit dem neuen Antrieb. Rein optisch hat die R 1200 RT definitiv gewonnen. Kam das alte Modell ziemlich bauchig und beinahe plump rüber, wirkt die neue RT dynamischer, trotz der immer noch voluminösen Verkleidung. Sie läuft vorne spitz zu, was sie fast schon aggressiv erscheinen lässt. Das „Gesicht“ der Front ähnelt sehr der großen Schwester K 1600 GT. Die serienmäßigen Koffer sind gestreckter und der Blick fällt nun ungehindert auf den Schwingendrehpunkt und die Rahmenrohre, die Münchner verzichteten auf großflächige Verkleidungsteile an der unteren Hälfte des Motorrads.

Drittverwertung (12 Bilder)

Die neue R 1200 RT kommt mit wassergekĂĽhltem Boxer und deutlich dynamischerem Styling.

BMW hat sich bemüht, auch die inneren Werte der RT zu verbessern. Der Motor legte im Vergleich zum luftgekühlten um fünf auf 125 PS zu bei gleich bleibender Drehzahl von 7750 U/min. Das maximale Drehmoment stieg ebenfalls um 5 auf nun 125 Nm, allerdings muss der Boxer dafür 500 Touren höher drehen bis 6500 U/min. Im Vergleich zur GS spendierten die Entwickler der RT mehr Schwungmasse an Kurbelwelle und Lichtmaschine, um die Laufruhe zu optimieren. Da die RT wohl nie in die Verlegenheit gerät, ins Gelände abzubiegen, bekam sie eine längere Sekundärübersetzung, die das Drehzahlniveau absenkt. Nur fair ist es, wenn der Hersteller für mehr Sicherheit schon in der Basisausstattung sorgt und daher befindet sich die elektronische Stabilitätskontrolle ASC nun serienmäßig an Bord, bislang hat sie 305 Euro Aufpreis gekostet. Das semiaktive Fahrwerk ESA II muss allerdings weiterhin extra bezahlt werden.

Zwei Fahrmodi „Road“ und „Rain“ bekommt der Tourer mit auf den Weg, um ihn den Straßenverhältnissen anzupassen. Im Regen-Modus setzt die Leistung sanfter ein und die Pferde galoppieren vorsichtiger durch die Pfützen. In der Aufpreisliste führt BMW noch das „Fahrmodi Pro“.