Newskrümel aus Übersee: Von Handelsabkommen und Terrorlisten

Eine neue Woche ist angebrochen. Da ist es an der Zeit, nachzuschauen, was seit den jüngsten Newskrümeln links und rechts des Nachrichtenstroms liegen geblieben ist.

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Von
  • Arthur Zahn

Eine neue Woche ist angebrochen. Da ist es an der Zeit, nachzuschauen, was seit den jüngsten Newskrümeln links und rechts des Nachrichtenstroms liegen geblieben ist.

Schon einmal auf ein E-Mail geantwortet und dabei aus der eingegangenen Nachricht zitiert? Oder ein fremdes Foto weitergeleitet? Gar die eigenen Hochzeitsfotos eingescannt? Aha! Unbeabsichtigte Copyright-Verletzung!!! Solche Elemente gehören vor den Strafrichter, meinen die US-Vertreter in den Verhandlungen über das Handelsabkommen TPP (Trans-Pacific Partnership). Die Huffington Post hat eine Tabelle der Standpunkte veröffentlicht.

Apropos Urheberrecht: Syrien ist nicht länger der einzige Staat, der den WIPO-Vertrag von Peking zum Schutz audiovisueller Darbietungen ratifiziert hat. Botsuana ist nun auch dabei! Dieses Land ist fast um zwei Drittel größer als Deutschland, hat aber nur zwei Millionen Einwohner. Der WIPO ist es gleich; sie benötigt 30 Staaten, damit der Pakt in Kraft tritt.

Kraftsparen beim Drahtbiegen verheißt der DIWire Bender. Erstmals wird das Gerät auch für Deutschland angeboten. In der Kickstarter-Kampagne wurden 20 Stück für die EU und Australien reserviert. Letztgenannter Kontinent ist ähnlich dünn besiedelt wie Botsuana.

Anders die Lage in Äthiopien, dem an Einwohnern zweitreichsten Land Afrikas. Äthiopische Frauen bekommen im Schnitt fünf Kinder. Weniger als 30 Prozent der Frauen haben Zugang zu Verhütungsmitteln, was viele gefährliche Abtreibungen nach sich zieht. Aber die meisten haben ein Handy. Also verteilt die niederländische NGO Marie Stopes International mittels SMS Gutscheine für Verhütungsmittel und Beratung. Die Rücklaufquote liegt bei enormen 50 Prozent.

Auf viele SMS hofft auch der senegalesische Sänger, Manager und Ex-Minister Youssou N'Dour ("7 Seconds"). Er möchte die vierte Mobilfunk-Lizenz seines Landes ergattern (Spitzname "Youtel").

In Argentinien hat sich Disney als Telecom-Anbieter registrieren lassen. Das nährt Spekulationen über ein geplantes Angebot als Untermieter (MVNO) in einem bestehenden Mobilfunknetz, wie früher in den USA und derzeit in Japan.

Von wegen früher: Erinnert sich noch jemand an Quam? Telefonica ist neuerdings in Argentinien mit dieser Marke tätig.

Intensiv tätig war auch Marion Stokes. Von 1977 bis zu ihrem Tod 2012 nahm sie in den USA TV-Nachrichten auf, auf diversen Kanälen, rund um die Uhr. Sie hinterlässt eine monströse Sammlung aus 140.000 VHS-Kassetten, à sechs Stunden. Das Internet Archive möchte sie nach und nach digitalisieren, was auch viele Jahre dauern wird.

Mehr als 27 Jahre, von 1962 bis 1990, war Nelson Rolihlahla Mandela als politischer Gefangener inhaftiert. Noch 1988 wurde er von Ronald Reagan, dem wir auch die weltweite NSA-Überwachung verdanken, als "Terrorist" auf die Watchlist gesetzt. Fünf Jahre später erhielt Mandela den Friedensnobelpreis. Danach dauerte es weitere 15 Jahre bis George W. Bush die Terrorliste bereinigte.

1961, einige Monate vor seiner Verhaftung, gab Mandela sein erstes Fernsehinterview. Möge es Anregung zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem "Giganten für die Gerechtigkeit" sein.

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(anw)