SAP beantragt Streichung von Anklagepunkten im Oracle-Rechtsstreit
Oracle wirft SAP vor, über die amerikanische Tochter TomorrowNow mehrfach verbotenerweise für Kunden bestimmte Oracle-Daten heruntergeladen zu haben. Dabei klagt Oracle auf Schadensersatz von bis zu einer Milliarde Dollar.
SAP will den Rechtsstreit mit seinem amerikanischen Konkurrenten Oracle eindämmen. Einige der Punkte in der Klageerweiterung von Oracle vom 8. Oktober seien nach amerikanischem Recht nicht anwendbar, teilte SAP mit. Oracle habe versucht, die Klage so komplex wie möglich zu gestalten. Dabei seien Vorwürfe eingebracht worden, die vor einem US-Gericht nicht verhandelt werden können. Details darüber, welche Vorwürfe SAP aus der Klage gestrichen haben will, konnte eine Sprecherin des DAX-Konzerns nicht geben.
SAP wolle mit den Anwälten des US-Konzerns Gespräche vereinbaren. Ein Termin in dieser Sache steht aber noch nicht. Am kommenden Montag (20. Oktober) wird das Gericht eine Telefonkonferenz mit den Kontrahenten abhalten, um erneut Möglichkeiten einer gütlichen Einigung auszuloten. Allgemein wird von diesem Gespräch allerdings kein Durchbruch erwartet. Der Rechtsstreit zwischen den beiden Konkurrenten wird vor einem Bezirksgericht San Francisco geführt.
Die Amerikaner werfen SAP vor, über die amerikanische Tochter TomorrowNow mehrfach verbotenerweise für Kunden bestimmte Oracle-Daten heruntergeladen zu haben. Dabei klagt Oracle auf Schadensersatz von bis zu einer Milliarde Dollar. SAP hatte den unerlaubten Zugang zu Oracle-Datenbanken eingeräumt, stritt aber den Vorwurf von Industriespionage ab. Oracle bezifferte den Schaden durch die angebliche Industriespionage auf möglicherweise über eine Milliarde Dollar. Im Juli hatte SAP die Schließung der Tochter bis zum 31. Oktober angekündigt. Das Geschäft von TomorrowNow waren Dienstleistungen für Kunden von Software-Herstellern, die inzwischen von Oracle übernommen wurden.
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(dpa) / (jk)