Empulsives Powercycle
Noch zu Beginn des Jahrzehnts wurden Elektromotorräder eher belächelt: zu langsam, zu wenig Reichweite und mit der Optik eines Fahrrads, hieß es. Die frisch für 2014 überarbeitete Brammo Empulse R dürfte die Kritiker verstummen lassen
- Ingo Gach
Köln, 25. Februar 2014 – Noch zu Beginn des Jahrzehnts wurden Elektromotorräder eher belächelt: zu langsam, zu wenig Reichweite und mit der Optik eines Fahrrads, hieß es. Die frisch für 2014 überarbeitete Brammo Empulse R dürfte die Kritiker verstummen lassen. Sie ist zurzeit das schnellste Serien-Elektromotorrad und lehrt auf Landstraßen sogar Zweiräder mit Verbrennungsmotor das Fürchten.
Die Firma Brammo aus dem US-Bundesstaat Oregon wurde von Craig Bramscher gegründet, der mit einer Internetfirma gut Geld verdient hatte. Zunächst experimentierte Bramscher mit Sportwagen, die er auf Elektroantrieb umstellte, fokussierte sich dann aber ab 2008 auf Motorräder, die „Powercycles“.
Empulsives Powercycle (15 Bilder)

Die ersten Elektromotorräder sahen im allgemeinen nicht wirklich hübsch aus, da die Hersteller versuchten, klobigen Batterien in schmächtige Fahrwerke zu quetschen. Ihre Reichweite war bescheiden, die kW-Leistung ebenfalls. Manche schafften keine 40 Kilometer bei Stadttempo und fuhren sich ziemlich wackelig. Das Problem mit noch mehr Batterien anzugehen, hätte das Fahrzeuggewicht und indiskutable Höhen gedrückt. Doch die Technologie der Lithium-Ionen-Akkus schritt stetig voran, dank der Handys und Laptops wurden sie kompakter und leistungsstärker, wovon auch die Elektromotorräder profitierten.
Young Generation
Jetzt kommt eine neue Generation auf den Markt, die tatsächlich ein schickes Design aufweist und auf den ersten Blick kaum noch als Elektromotorrad auffällt. Brammo stellt mit der für 2014 überarbeiteten Empulse R nicht nur ein optisch sehr gelungenes, sondern auch das schnellste Serien-Elektromotorrad auf die Räder. Ihre Linienführung orientiert sich stark an den Verbrennungsmotorrädern. Der vermeintliche Tank dient lediglich als Abdeckung für die Batterien, die Sitzbank zeigt sich mit 80 Zentimetern Sitzhöhe angenehm niedrig und könnte in seiner Form auch an jedem „normalen“ Motorrad verbaut sein. Gleiches gilt für den Scheinwerfer mit Klarglas und den Lenker, der nun in konischer Ausführung auf der Gabelbrücke klemmt.
Früher wurden die Vorderräder von Elektromotorrädern meist von lächerlich dünnen Gabelholmen geführt, doch bei der Brammo kommt eine Upside-down-Gabel von Marzocchi mit 43 mm Durchmesser zum Einsatz und ist bei der Empulse R in Zug- und Druckstufe, sowie der Vorspannung einstellbar. Auch das Sachs-Federbein an der Hinterhand lässt sich komplett einstellen.