Der Über-Astra

Opel steigert den Astra OPC mit der Technik des OPC Cup zum "über 300 PS" starken OPC Extreme und will ihn als "Studie für eine limitierte Kleinserie" in Genf präsentieren. Ob die Serie aufgelegt wird, soll angeblich von der Nachfrage abhängen

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Rüsselsheim, 27. Februar 2014 – Opel steigert den Astra OPC mit der Technik des OPC Cup zum "über 300 PS" starken OPC Extreme und will ihn als "Studie für eine limitierte Kleinserie" auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014) präsentieren. Ob die Serie - übrigens mit Straßenzulassung - aufgelegt wird, soll angeblich von der Nachfrage auf der Messe abhängig gemacht werden, vielleicht ist diese Ankündigung aber auch nur der übliche Marketing-Trick. Nach einer Vorankündigung offenbart Opel nun weitere Details.

Vom Plattformspender, der Rennsportausführung für den Astra OPC Cup, erbt er den Gewichtsvorteil: Der "Extreme" wiegt laut Hersteller mit 1450 rund 100 Kilogramm weniger als ein konventioneller Astra OPC. Unter anderem der Heckflügel, der Diffusor, der Bugspoiler, die Motorhaube, die Domstrebe, die Motorabdeckung und das Dach bestehen aus mit Kohlefasern angereichertem Plastik. Die Kotflügel aus Leichtmetall wiegen pro Stück nur noch 800 Gramm statt der 2,2-Kilogramm schweren Stahlblech-Teile des Serien-OPC.

Der Über-Astra (16 Bilder)

Opel präsentiert seine Studie Astra OPC Extreme auf dem Genfer Autosalon.

Die Carbon-Felgen sind insgesamt 20 Kilogramm leichter als normale Leichtmetallräder, was außer der Gesamtgewichtsersparnis den großen Zusatzvorteil geringerer ungefederter Massen bringt. Dadurch lässt sich die Dämpfung weicher abstimmen, was zu einem feinfühligeren Abtastverhalten führt. Der Effekt: Die Räder bleiben auch auf rauher Piste insgesamt länger am Boden und bieten dadurch in Kurven und/oder bei positiver oder negativer Beschleunigung spürbar mehr Grip. Besonders wichtig bei einem Auto, in dem Beschleunigungs- und Seitenführungskräfte über die Vorderräder laufen. Zudem lassen sich die Federn und Dämpfer von Bilstein auf die Anforderungen verschiedener Strecken einstellen, die 19-Zoll-Felgen tragen Reifen in der Dimension 245/35, die annähernd ähnlich guten Grip bieten sollen wie die Slicks der Rennversion. Und weil Rennen bekanntlich auf der Bremse gewonnen werden, weil länger schnell ist, wer später bremsen kann, verzögert eine Brembo-Sechskolben-Bremsanlage mit 370 Millimeter großen Scheiben das Gefährt.

Der Zweiliter-Turbomotor mit Benzindirekteinspritzung und variabler Nockenwellenverstellung ist der stärkste Vierzylinder, den Opel je gebaut hat. Die Vollaluminium-Maschine ist mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombiniert. Um die Leistung würdig auf den Boden zu bringen, verbaut Opel eine Differenzialbremse. Die rein mechanisch arbeitende Lamellenbremse im Differenzial mit einer Bremswirkung von 45 Prozent verteilt das Antriebsmoment situationsgerecht. Bei Raddrehzahldifferenzen werden die Gehäusehälften von den Achsen auseinandergedrückt und dadurch die Lamellenpakete geschlossen. Das hat ein vergleichsweise sanftes Ansprechen der Sperre zur Folge mit dem Vorteil geringer Lenkeinflüsse. Entwickelt und abgestimmt wurde die Traktionshilfe von Opels langjährigem Partner Drexler Motorsport.

Sogar das Lenkrad ist angeblich kohlefaserverstärkt und mit dem für diese Zwecke üblichen Wildleder griffig gemacht. Die gelbe Ziernaht macht den Opel natürlich nicht schneller. Sie wiederholt nur die Kennfarbe für Opels Motorsportabteilung im Innenraum. Das Pilotenduo wird von Schroth-Sechspunkt-Gurten in Recaro-Schalen gehalten, die Rücksitze mussten einem Käfig weichen. (fpi)