Geschlossene Veranstaltung

Trotz toller Nachfolger konnte bis jetzt kein Jaguar an die Strahlkraft des E-Type anknüpfen. Nun soll mit dem F-Type ein neues Modell für die Unsterblichkeit geschaffen werden. Wir konnten das neue Coupé kurz vor Verkaufsstart fahren

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Jaguar F-Type Coupé in der 550 PS starken R-Version
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Von
  • rhi
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Lleida (Spanien), 24. März 2014 – Der Jaguar E-Type gehört zweifellos zu den Autos, die in Erinnerung bleiben. Trotz toller Nachfolger konnte bis jetzt kein Modell der Marke an diese Strahlkraft anknüpfen, obwohl es vom Hersteller selbst immer mal wieder den Versuch gab. Nun soll, so hat es die Marketingabteilung beschlossen, mit dem F-Type ein neues Modell für die Unsterblichkeit geschaffen werden. Jaguar stellte uns das neue Coupé kurz vor Verkaufsstart vor.

Gut ein Jahr nach seinem offenen Ableger kommt jetzt das F-Type Coupé auf den Markt. Die Hülle des F-Type Coupé besteht fast komplett aus Aluminium. Trotzdem wiegt der Wagen zwischen 1577 und 1650 Kilogramm, denn alle Versteifungen des Cabrios hat das Coupé auch. Deshalb soll die geschlossene Variante fast doppelt so steif sein wie die offene, sagt Jaguar.

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Jaguar F-Type Coupé in der 550 PS starken R-Version

Edel wirkt das Cockpit: Feines Leder schmeichelt den Fingern, die Sportsitze sind vielfach verstellbar. Zwei-Plus-Zwei-Kompromisse wie spätere E-Type-Modelle macht der E-Type nicht, er ist ein Zweisitzer. Das Panorama-Glasdach für 1140 Euro lässt Licht in den ansonsten recht dunklen Innenraum. Leider macht auch Jaguar den Unsinn der festen Glasdächer mit – eine Öffnungsfunktion gibt es nicht. Sinnvoll ist die Rückfahrkamera, sie kostet zusammen mit Einparksensoren hinten 880 Euro. Und wenn wir gerade bei der Bedienung sind: 800 Euro halten wir für gut angelegt für das Lenkrad mit so genanntem Premium-Velours drin, das sich wie Wildleder anfühlt.

Die erste Runde ist für das F-Type Coupé als V6 S reserviert. Unüberhörbar setzen sich die 380 PS in Szene. Präsent ist die Kompressor-Maschine mit sechs Zylindern immer, doch der Fahrer entscheidet über die Art der Musik. Entspannte 2000 Touren bei Tempo 120 sind kein Problem, die Achtgang-Automatik lässt den Motor im höchsten Gang so niedrig drehen. Doch wehe, der Fahrer drückt die Taste, welche die Klappen der Sport-Abgasanlage öffnet. Sofort klingt der Wagen dumpfer und bassiger. Sobald die Nadel über 3000/min schnellt, faucht und brüllt der Sechszylinder unter Haube so obszön, dass es einem die Nackenhaare aufstellt. Beim Gas wegnehmen werden die Abgase mit einem sprotzelnden Rülpsen entlassen. Prollig. Man selbst möchte keine drei Stunden am Stück damit fahren. Das faszinierendste daran ist, dass unsere politisch korrekte Welt so einen Klangteppich überhaupt noch erlaubt.