Ein CS für morgen

Ein gestählter Haifischkörper mit einem luftigen Nichts von einem Glasshouse - das Coupé der Baureihe E9 ist ein Meilenstein des Autodesigns. Der Industriedesigner David Obendorfer wagt nun eine Transposition dieser einmaligen Formen in die Moderne

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So stellt sich Designer David Obendorfer ein neues CS-Coupé von BMW vor.
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Treviglio (Italien), 31. März 2014 – Ein gestählter Haifischkörper mit einem luftigen Nichts von einem Glasshouse - das Coupé der Baureihe E9 ist ein Meilenstein des Autodesigns. Der von Ende 1968 bis Ende 1975 gebaute Wagen gehört optisch zum Interessantesten, was die BMW je im Programm hatte. Der Industriedesigner David Obendorfer wagt nun eine Transposition dieser einmaligen Formen in die Moderne.

Obendorfer hat in den letzten Jahren einige Autos mit Rückbezug gezeichnet, darunter mögliche Neuauflagen des Renault 4 und des Fiat 127. Der BMW E9 könnte in seiner Fassung auf dem aktuellen 6er basieren. Weil er weiß, dass allzu strenges Retrodesign zu Stillstand neigt, hat er sich zwar von historischen Vorbildern explizit anregen lassen, sich dabei aber genug Freiheit zugestanden. So trägt seine Studie Scheinwerfer, die vom Vorgänger des E9, dem E120 inspiriert sind. Die Front des BMW "CS Vintage Concept" erinnert inklusive der senkrechten Doppel-Niere an den 2000 CS. Das Armaturenbrett gibt sich vorbildgemäß reduziert, die vier Rundinstrumente spielen auf TFT-Displays, nur bei Bedarf, zeigt sich ein zentraler Infotainment-Monitor in der Mittelkonsole.

Ein CS für morgen (18 Bilder)

So stellt sich Designer David Obendorfer ein neues CS-Coupé von BMW vor.

Die Vorgeschichte beginnt 1965, als BMW die "Neue Klasse" um ein schickes Reise-Coupé, den 2000 C/CS der Baureihe E120, erweitert. Die Karosserie wurde von Wilhelm Hofmeister gestaltet, dessen Arbeit durch den "Hofmeister-Knick" im hinteren Seitenfenster bis heute zur Gestalt eines BMW gehört. Umstritten waren die horizontalen, weit oben angebrachten Scheinwerfer, damals im Volksmund "Chinesen-Augen" genannt. Der E9 bekam sattdessen schlichte Doppel-Rundscheinwerfer. Für die ebenfalls 1968 startende 2500/2800 Limousine hatte BMW einen neuen Sechszylinder entwickelt, den legendären M30. Was lag da näher, als ihn auch ins Coupé zu verpflanzen. Da der Motor mehr Platz beanspruchte als der bisherige Vierzylinder, musste der Vorderwagen geändert werden. Diesen Part übernahm Giovanni Michelotti und zeichnete eine haifischartig nach vorne zulaufende Motorhaube. Das kam bei den Kunden an. Bis 1975 wurde der CS der Baureihe E9 bei Karmann gebaut, sein Nachfolger, der 6er, knüpfte an dessen Design an. (fpi)