Stadt-Sprinter
Vespa setzt große Hoffnungen in das sportliche Modell Sprint, das einen legendären Namen aus den 1960er-Jahren trägt. Wir haben uns in den lebhaften Stadverkehr von Rom gewagt um den neuen Roller auszuprobieren
- Ingo Gach
Rom, 3. April 2014 – Gerne verweist man bei Vespa auf die lange Tradition, immerhin existiert der Roller-Pionier schon seit fast 70 Jahren. In der Zeit sah man viele Modelle kommen und gehen und, wie in diesem Falle, wiederkommen. Die Sprint 125 3V i. e. beruft sich auf ein Modell, das bereits 1966 im Programm stand, die 90 Super Sprint. Die Idee damals war, einen kräftigeren Motor in eine leichtere Karosserie zu packen, um sie sportlicher zu machen. Das Konzept ging auf, das Modell verkaufte sich glänzend.
Klassisch
Darauf hofft Vespa bei der Enkelin ebenfalls, die nun das noch aktuelle Modell Vespa S ablösen soll. Die klassische Linienführung der neuen Sprint wirkt sehr elegant. Die Entwickler legten Wert darauf, dass so wenig Plastik wie möglich verbaut wurde, der Rahmen besteht ohnehin komplett aus Metall. Die Trittbretter sind relativ schmal gehalten, mit einer Wölbung in der Mitte, unter der sich die Batterie versteckt. Sie wanderte aus Schwerpunktgründen von ihrem angestammten Platz unter der Sitzbank nach vorne und in die Tiefe.
Stadt-Sprinter (15 Bilder)

Statt eines Zweitakters wie in den 1960er-Jahren steckt in unserem Testmodell ein moderner 125-Kubik-Viertakt-Motor mit drei Ventilen und Einspritzung, der es auf 10,7 PS bringt. Es gibt zwar auch eine 50-Kubik-Version, sowohl als Vier- als auch als Zweitakter, aber da der 50er-Markt in Deutschland praktisch tot ist, werden wohl nur wenige Exemplare der kleineren Sprint ihren Weg über die Alpen finden.
Konzentrieren wir uns also auf die 125er. Wo könnte sie unter härteren Bedingungen getestet werden, als in Rom? In der Ewigen Stadt ist der Verkehrsinfarkt zu den Stoßzeiten Realität. Einziges probates Gegenmittel: ein Roller. Jede kleinste Lücke wird genutzt und an der roten Ampel bis zur Pole Position vorgezogen. Mit kaum etwas klappt das problemloser als mit der Vespa, wobei die Namensgebung „Sprint“ nicht allzu wörtlich genommen werden sollte. Zwar setzt sich die Vespa an der Ampel mittels automatischer Fliehkraftkupplung und CVT-Getriebes zügig in Bewegung, aber oberhalb der Statdtgeschwindigkeit wirkt der Vortrieb etwas zäh. Mehr als Tempo 90 will der Tacho partout nicht anzeigen. Das ist aber leicht zu verschmerzen, denn schließlich soll die Sprint als City-Flitzer verstanden werden und dort ist sie auch voll in ihrem Element.