Kleine Pfeile
Mit dem in Rekordzeit von nur acht Monaten neu entwickelten Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 gewinnen Hermann Lang und Rudolf Caracciola vor 75 Jahren, am 7. Mai 1939, den Großen Preis von Tripolis
Stuttgart, 7. Mai 2014 – Mit dem in Rekordzeit von nur acht Monaten neu entwickelten Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 gewinnen Hermann Lang und Rudolf Caracciola vor 75 Jahren, am 7. Mai 1939, den Großen Preis von Tripolis. Das erinnert ein bisschen an die aktuellen Erfolge von Mercedes-AMG nach einer radikalen Reglementänderung, trotz oder gerade wegen der völlig neu konstruierten Autos mit deutlich kleineren Motoren. Damals erforderte die von drei auf 1,5 Liter gesenkte Hubraumgrenze ebenso einen neuen Motor wie heute die Verkleinerung von 2,4 auf 1,6 Liter.
Nun sollte man die Parallelen auch nicht überstrapazieren: Während die heutige Formel-Neudefinition dem technischen Fortschritt mit einer Power-Unit Rechnung tragen soll, geht die damalige Mercedes-Neukonstruktion auf eine heraufziehende internationale 1,5-Liter-Hubraumbeschränkung zurück, die Italien bereits umgesetzt hatte. 1938 will der italienische Motorsportverband als Ausrichter des Grand Prix, die Teilnahme der deutschen Formel-Rennwagen durch eine Änderung im Reglement im Vorgriff auf die kommende Regelung schlicht verhindern. Drei Siege durch die Mercedes-Benz Silberpfeile (Caracciola 1935, Lang 1937 und 1938) und ein von der Auto Union gewonnenes Rennen (Achille Varzi 1936) haben den Verband offenbar so geärgert, dass er als einfachsten Ausweg den Gran Premio di Tripoli in der Saison 1939 für die Klasse der 1,5-Liter-Rennwagen ausschreibt. Man rechnete sich auch für den höchst unwahrscheinlichen Fall einer deutschen Teilnahme gute Chancen aus, weil die neuen italienischen 1,5-Liter-Autos Alfa Romeo Alfetta 158 und Maserati 4CL ihre Tauglichkeit bereits bewiesen hatten.
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Mercedes’ erster V8
Mercedes-Benz hat kein eigenes Modell für diese Klasse, doch hat der italienische Motorsportverband die Rechnung ohne die Entwicklungsabteilung in Stuttgart gemacht. Hier nimmt man den versuchten Ausschluss sportlich und entwickelt in weniger als acht Monaten eigens für diese Klasse den Rennwagen W 165. Gleichzeitig baut Mercedes damit seinen ersten V8-Motor.