Sternbeleuchtung
Zur Laufzeithälfte hat Mercedes den CLS einer Modellpflege unterzogen. Sie war mehr als nur eine termingerecht ausgeführte Pflichtübung, denn mit dem Neungang-Getriebe und dem LED-Licht kamen echte Verbesserungen. Wir fuhren ihn als Shooting Brake
- rhi
London, 2. Juli 2014 – Der CLS verkauft sich gut, von der 2010 eingeführten zweiten Generation des viertürigen Coupés mit E-Klasse-Basis wurden bereits über 120.000 Fahrzeuge abgesetzt. Zur Laufzeithälfte hat Mercedes ihn einer Mopf (schwäbisch für „Modellpflege“) unterzogen. War das nötig oder eher nur eine termingerecht ausgeführte Pflichtübung? Wir fuhren ihn als Shooting Brake.
In der Tat sieht man nicht viel: An der Front sind es Änderungen am Stoßfänger, den so genannten Diamant-Grill und neue LED-Scheinwerfer, die den CLS optisch näher an das neue S-Klasse Coupé rücken. Auf die Scheinwerfer ist Mercedes besonders stolz, Entwicklungsvorstand Thomas Weber spricht vom „fast menschlichen Blick, wenn der CLS seine Augen aufschlägt“ und meint das kurze blaue Leuchten der Tagfahrlicht- und Blinkeinheit, wenn das Auto geöffnet wird. Uff. Obwohl: Arabern und Chinesen wird's gefallen.
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Mercedes hat den CLS gestrafft.
So blaue Augen ...
1892 Euro Aufpreis kosten die so genannten Multibeam-LED-Scheinwerfer, inklusive einer Kamera an der Windschutzscheibe und vier Steuergeräten, mit deren Hilfe die 24 Hochleistung-LEDs zielgerichtet gesteuert werden. Als erster Mercedes kann der CLS einen so genannten „Lichtvorhang“ aufbauen, der die Straße bis zu 485 Meter weit bestrahlt. Das hat schon Flutlicht-Qualitäten, leider auch für zufällig vorbeikommende Fußgänger, die dann zum Flashmob im Wortsinn werden können. Die Ingenieure rechtfertigen das damit, dass so Personen (und das Reh auf der Straße) für den Fahrer früher sichtbar sind.
Seit 2012 gibt es den CLS auch als Shooting Brake, quasi ein schickeres, aber unpraktischeres T-Modell. Er wird in Deutschland mittlerweile häufiger gekauft als der viertürige CLS. Beim Blick in den Gepäckraum des Shooting Brake entdecken wir zunächst den 4700 Euro teuren Holzboden, der wegen Kratzgefahr wohl meistens abgedeckt wird. Die 590 bis 1550 Liter des Shooting Brake klingen gut, sind aber durch das nach hinten bogenförmig abfallende Dach nicht uneingeschränkt nutzbar. Reden wir nicht weiter an der Zielgruppe vorbei: Kunden mit Transportaufgaben steht ja das T-Modell der E-Klasse zur Verfügung.