Global Darling
VW hat sich in den vergangenen 35 Jahren reichlich Mühe gegeben, den global so erfolgreichen Jetta auch in Deutschland zu einem Erfolgsmodell zu machen. Bislang hatte das nur wenig Erfolg, und auch das jüngste Facelift wird daran wohl nichts ändern
- Henry Dinger
Wolfsburg, 5. September 2014 – Was haben die Wolfsburger Strategen nicht alles unternommen, um den Golf mit Stufenheck hierzulande populär zu machen: Verschiedene Namen, Edelversionen, zuletzt gar ein Design, das dem Passat Stufenheck enorm ähnlich war. Genutzt hat es, bezogen auf den deutschen Markt, wenig, denn im vergangenen Jahr wurden hierzulande gerade einmal 2500 neue Jetta verkauft. Global sieht die Sache allerdings ganz anders aus, denn der Jetta ist mit 925.000 Stück der meistverkaufte VW weltweit. Nun wurde der Bestseller leicht überarbeitet.
Kaum verändert
Äußerlich hat sich nicht viel getan. Am meisten fällt noch die Umgestaltung der Kofferraumklappe auf, die mit dem eingedrückten Blech und den etwas abgesetzten Heckleuchten nun stark an die Rückansicht von aktuellen Audi-Modellen erinnert. Die Veränderungen an der Front sind so minimal, dass man schon wissen muss, was die neu und alt unterscheidet. Stossfänger und Kühlergrill haben nun größere Öffnungen.
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Der VW Jetta wird leicht überarbeitet.
Auch im Innenraum tut sich nicht viel. Im Cockpit stecken die Instrumente nun in Röhren und es gibt neu designte Lenkräder. Ablagen sind noch immer etwas knapp und auch der Bildschirm vom Navigationssystem ist etwas zu tief angeordnet. Die Beseitigung dieser Mängel hätte wohl Eingriffe erfordert, die für das Facelift zu teuer geworden wären.
Mehr getan hat sich bei den Assistenzsystemen: Neben einer serienmäßigen Müdigkeitserkennung sind nun gegen Aufpreis auch eine Park-Lenkhilfe und ein Toter-Winkel-Warner mit Ausparkassistent erhältlich. Der achtet beim Rückwärts-Herausfahren aus einer Querlücke auf nahende Fahrzeuge und schlägt Alarm, wenn der Fahrer nicht darauf reagiert. Das System bremst auch von allein, falls ein Zusammenstoß droht.
Unverändert teuer
In Deutschland wird es den Jetta nur in einer Ausstattungslinie geben. Ab Werk sind 16-Zoll-Alufelgen, Lederlenkrad, CD-Radio und Klimaanlage serienmäßig. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Viertürer trotz etwas besserer Serienausstattung nicht teurer geworden. Der Einsteiger mit 105 PS starkem Ottomotor kostet unverändert 21.725 Euro. Als weiterer Benziner steht der 1.4 TSI mit 125 oder 150 PS zur Wahl. Als Dieselmotoren wird ein Zweiliter-TDI mit 110 oder 150 PS angeboten. Den überarbeiteten Jetta Hybrid mit 170 PS Systemleistung gibt es aber erst ab Ende November. (imp)