Charakterfrage
Jaguar kündigt eine Allradversion des F-Type R Coupé an. Präsentiert wird das neue AWD-Modell auf der LA Auto Show. Außer dem 550 PS starken V8, der bereits aus dem Hecktriebler bekannt ist, könnten ihm einige erprobte Teile des Allradantriebsstrangs aus dem Range Rover Sport SVR zugute kommen
Schwalbach, 13. November 2014 – Jaguar kündigt eine Allradversion des F-Type R Coupé an. Offiziell wird das neue AWD-Modell auf der LA Auto Show (21. bis 30. November 2014) präsentiert. Außer dem 550 PS starken V8, der bereits aus dem Hecktriebler bekannt ist, könnten ihm einige erprobte Teile des Allradantriebsstrangs aus dem Range Rover Sport SVR zugute kommen. Hoffen wir.
Hinterradantriebs-Charakter "soll erhalten bleiben"
Gegenüber dieser Version verbessert sich der Sprintwert allein der besseren Traktion wegen um eine Zehntelsekunde auf 4,1 Sekunden, obwohl das Mehrgewicht durch Verteilergetriebe, Differenzial, Kardan- und Antriebswellen um knappe 100 Kilogramm gestiegen sein dürfte. Ziel sei zudem gewesen, auch mit Allradantrieb "den Charakter eines heckangetriebenen Sportwagens zu erhalten".
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Zur Beschleunigung kommt dem Jaguar bald ein Allradantrieb zugute.
Wir hoffen in diesem Sinne, dass es nicht der von Magna-Steyr für die Modelle XJ und XF entwickelte, automatisch zuschaltende Allradantrieb ist. Er bringt normalerweise nur zwei Prozent der Antriebsleistung an die Vorderräder und kann sie bedarfsgeregelt das Drehmoment per Lamellenkupplung und Elektronenhirn auf bis zu 50 Prozent steigern. Diese für sich genommen intelligente, aber einer vom Lenker kontrollierbaren Fahrdynamik abträglichen Lösung könnten wir allenfalls als ein Einknicken vor Verbrauchsvorschriften interpretieren, was im Falle des F-Type natürlich äußerst schade wäre. Nein, ein Sportwagen braucht eine fixe, asymmetrisch fahrdynamische Kraftverteilung per Planetenradsatz zugunsten der Hinterachse. Wenn man gedanklich schon mal bis zu diesem Punkt vorgedrungen ist, kann man gleich weiter darüber spekulieren, wie viele wichtige Teile des Allrad-Antriebsstrangs aus dem gleich motorisierten und mit dem baugleichen ZF-Wandlerautomaten 8HP ausgestatteten, 260 km/h schnellen Range Rover Sport SVR übernommen wurden.
Die (abgeregelte) Höchstgeschwindigkeit des F-Type R AWD bleibt mit 300 km/h gleich zu der des 2WD-Coupés. Zu den übrigen Daten, den angekündigten "weiteren Leistungsverbesserungen" und vielleicht auch dem Preis wird man wohl zur Messe mehr erfahren. Das F-Type R Coupé kostet 103.700 Euro, mit Allradantrieb könnte das Auto bei 108.000 Euro liegen. Zum Vergleich: Der 20 PS stärkere und ebenfalls mit Allradantrieb ausgestattete Porsche 911 Turbo ist erst ab 165.149 Euro zu haben. Er schafft den Tempo-100-Sprint in 3,4 Sekunden. (fpi)