Elektrifiziert oder dynamisiert
Daimler erweitert die Mercedes-Benz C-Klasse ins Teilelektrische und ins Sportliche. Während der C 350 Plug-In-Hybrid nach Norm unglaublich sparsam fahren soll, will der C 450 AMG ein zivilisierteres Dynamikangebot sein als der brachialere (und teurere) C 63 AMG
- Stefan Grundhoff
Detroit, 13. Januar 2015 – Der als Limousine und Kombi erhältliche Mercedes C 350 Plug-In-Hybrid ist ab März mit einem Normverbrauch von 2,1 Litern das sparsamste C-Klasse-Modell. Und es ist ein Anfang, denn Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber kündigt bis 2017 zehn neue Plug-In-Modelle an. Die Nomenklatur steht ja schon länger nicht mehr für den Hubraum, sondern für Leistung und so arbeitet im C 350 Plug-In-Hybrid der gleiche Zweiliter-Vierzylinder-Otomotor mit Aufladung wie auch im C 250. Dank 60 kW starkem Elektromotor verfügt er über eine Systemleistung von 205 kW / 279 PS und 600 Nm maximales Drehmoment. Seine elektrische Reichweite liegt bei 31 Kilometern, der Normverbrauch bei elektrisch geschönten 2,1 Litern Super.
Vergleichsweise schnell
Sowohl Limousine als auch C-Klasse T-Modell Hybrid sind serienmäßig mit einer Luftfederung sowie einer per Internet steuerbaren Vorklimatisierung ausgestattet. Die aufwendige Akkutechnik sorgt dabei für eine spürbare Einschränkung des Laderaums, denn mit 335 Litern für die Limousine sowie 350 bis 1370 Litern im T-Modell steht deutlich weniger Nutzwert als bei den nicht-hybriden Versionen zur Verfügung. Der 100 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 6,2 kWh. Er speist den Elektromotor mit 60 kW / 82 PS, der den 211 PS leistenden Verbrennungsmotor unterstützt. Tempo 100 erreicht der C 350 Plug-In-Hybrid in 5,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Rein elektrisch kann man bis 130 km/h fahren, was vergleichsweise schnell ist. Erkennbar ist der Mercedes C 350 Plug-In-Hybrid auch ohne Heckdeckelbeschriftung an der Ladeklappe unter der rechten Rückleuchte.
Elektrifiziert oder dynamisiert (20 Bilder)

Der Mercedes C 350 Plug In Hybrid kommt auf elektrisch geschönte 2,1 Liter/100 km.
Wer mehr Fahrspaß anstrebt, sich aber den C 63 AMG mit seinen bis zu 510 PS nicht leisten will, kann ab sofort zu einer AMG-Light-Version greifen, das schon wegen des Allradantriebs interessant ist. Angetrieben wird der C 450 AMG 4matic vom doppelt aufgeladenen Dreiliter-Benziner der C 400, der im AMG-Ableger 270 kW / 367 PS und 520 Nm ab 2250/min leistet. Die neue Sportversion kommt Mitte 2015 auf den Markt. Die Fahrleistungen werden mit 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und abgeregelten 250 km/h angegeben. Der Normverbrauch liegt bei 7,6 Litern Super.
Neben den normalen Fahrprogrammen mit adaptiver Dämpfung wurde besonders der Sport Plus-Modus nachgeschärft. Eine partielle Zylinderausblendung beim Gangwechsel über eine kurzzeitige Rücknahme von Zündung und Einspritzung bei Volllast beschleunigt die Schaltvorgänge – was der Fahrer auch akustisch erlebt. Automatisches Zwischengas beim Zurückschalten gehört dazu. Zusätzliche Fahrdynamik sorgt die asymmetrische Verteilung der Motorleistung zu 33 Prozent an die Vorder- und 67 Prozent an die Hinterachse. (imp)