Neubeginn mit Leichtmetall

Jaguars X-Type auf Ford Mondeo-Basis war weder mit dem 2,2-Liter-Diesel noch mit dem kräftigen Dreiliter-V6 und Allradantrieb sonderlich erfolgreich. Nun soll es der neue Jaguar XE mit Aluminium-Leichtbau aus dem eigenen Hause richten

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Jaguar
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Von
  • Stefan Grundhoff
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München, 28. Januar 2015 – Jaguars X-Type auf Ford Mondeo-Basis war weder mit dem 2,2-Liter-Diesel noch mit dem kräftigen Dreiliter-V6 und Allradantrieb sonderlich erfolgreich. Trotz seiner äußerlichen Attraktivität – gerade als Kombi – war er in der Mittelklasse kein ernsthafter Wettbewerber für die deutschen Marken.

Der neue Jaguar XE ist eine Eigenkonstruktion und soll es nun mit Aluminium-Leichtbau aus dem eigenen Hause richten. Vielleicht kann er dank Authentizität und Gewichtsvorteil der Konkurrenz aus Audi A4, Mercedes C-Klasse und 3er BMW künftig besser trotzen. Das Selbstbewusstsein ist jedenfalls groß, weil es bei Land Rover und Jaguar viel besser läuft, nachdem der indische Tata-Konzern die beiden Marken von Ford erworben und mit einem bevorzugt deutschen Management besetzt hat.

Neubeginn mit Leichtmetall (18 Bilder)

Der Jaguar XE wird ab Sommer 2015 ab knapp 37.000 Euro verkauft.

(Bild: Jaguar (alle))

Beim neuen Jaguar XE hat Ian Callum die Fahrgastzelle weit nach hinten gesetzt. "Wir wollen eine Jaguar-Identität schaffen. Das ist nötig. In manchen Gegenden der USA wissen die Menschen nicht einmal, wie ein Jaguar ausschaut", erklärt Designchef Ian Callum. Eh klar. Bei dieser Argumentation könnte man natürlich fragen, ob gerade das eine Gestaltung nach traditionellen Vorbildern nicht vielmehr erübrigt.

Die Karosserie ist nicht nur ansehnlich, sondern bietet mit einem cW-Wert von 0,26 auch eine gute Aerodynamik. Zu 75 Prozent aus Aluminium wiegt das Chassis des XE lediglich 251 Kilogramm. Sie soll nicht nur sehr leicht sondern auch extrem verwindungssteif sein und damit sogar den "besten Wert in dem Segment" erreichen. Auch die Technik musste Stück für Stück auf die Waage. "Wir haben uns beispielsweise gegen die Hinterachse vom F-Type entschieden, weil die zu schwer ist", erklärt Callum. Die Steifigkeit der Karosserie ermöglichte eine komfortablere Abstimmung des Fahrwerks aus einer Doppelquerlenker- Vorderrad- und einer Integrallenker-Hinterradaufhängung ohne Abstriche bei der Dynamik. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse von 50:50 soll die Agilität weiter steigern helfen. Wahlweise gibt es den Jaguar XE mit Hinterrad- oder Allradantrieb. Leistungsstarke Topversionen mit über 500 PS werden sich mit C 63 AMG oder BMW M4 messen wollen.