Back in Black

2010: Porsches erster Versuch einer Infotainment-Einheit fĂĽr alte Porsches war gut, aber den Kunden nicht gut genug. 2015: Ein neues System soll da abhelfen. Wir fahren bei Porsche vor und probieren kurz aus

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Porsche, Infotainment
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Inhaltsverzeichnis

Stuttgart, 26. Februar 2015 – Ein Mangel an preiswerten 1-DIN-Radios mit Zusatzfunktionen herrscht sicher nicht. Wer aber ein altes oder auch nur älteres Auto fährt, für den sinkt mit steigendem Funktionsumfang die Auswahl schnell so weit, dass es keine mehr gibt. Porsche brachte 2010 in diesen Markt eine eigene kompakte Infotainment-Einheit für den einfachen DIN-Schacht, wie er früher in Autos für das Radio üblich war. Porsches Kundenfeedback war: „Nahe dran, aber nicht ganz.“ Jetzt gibt es den Nachfolger, den wir kurzentschlossen in Zuffenhausen ausprobierten – an einem Standgerät.

Was den meisten Kommentatoren als erstes auffällt, ist die fade Gestaltung in schwarzem Plastik. Ich fand auch den Vorgänger schöner. Auf der anderen Seite: Die 80er und 90er WAREN eben designtechnisch wirklich so fade. In einem Auto aus dieser Zeit fügt sich das Gerät sehr gut ein. Für ältere Fahrzeuge liegen im Karton zusätzlich Drehknöpfe, wie sie die Vorgängerversion hatte: pilzförmig und mit einem eingesetzten, zierenden Bling-Ring in Chrom. „Wir haben uns überlegt, ob wir den Porsche-Schriftzug noch weglassen“, erzählt Philipp Salm von Porsche Classic. „Denn das System kann man ja problemlos in jedes Auto mit DIN-Schacht einbauen.“ Letztendlich blieb der Schriftzug, immerhin kaufen Leute ja auch Toaster und Bohrhammer mit dem darauf. Ansonsten: Wer kein „Porsche“ in seinem Auto will, der wird schon etwas schwarzen Lack oder eine andere Blende auftreiben.

Back in Black (15 Bilder)

Langweiliges schwarzes Plastik? Ja. War halt damals so.

(Bild: Porsche)

Die zweite Auffälligkeit schon von den Bilder ist der kleine 3,5-Zoll-Bildschirm. Es ist sogar ein Touchscreen. Die Bedienung hält sich sehr nahe an jener der anderen Porsche-Infotainment-Systeme, also gibt es auch hier zusätzlich zum Touchscreen ein Drehdrückrad (der rechte Drehknopf). Bei einem Bildschirm in Höhe des Schaltknopfs wird sich der Klassikfahrer hauptsächlich verbal vom Navi leiten lassen. Zusätzlich lässt sich die Kartenansicht mit einem Fingerstuper in eine Roadbook-Ansicht und zurück toggeln. Die Roadbook-Ansicht zeigt nur groß das Symbol der nächsten Navi-Anweisung plus deren Distanzangaben.

Wie in den großen Geräten greift Porsche zu einer erfreulich schnellen Hardware. Der Touchscreen reagiert subjektiv verzögerungsfrei, denn „ab 60 Millisekunden fängt das Warten an“, wie Porsches Infotainment-Entwickler es sich hinter die Augenlider tätowiert haben – sehr gut. Die Berechnung selbst längerer Routen geht sehr schnell.