Mit Luftpumpe
Kawasaki besitzt einen gewissen Ruf für arge Eisen. Mit der Ninja H2 und der nur für die Rennstrecke gebauten Ninja H2R machen sie ihm alle Ehre, denn sie sind nicht nur kompromisslose Motorräder, sondern kommen auch mit Kompressor-Aufladung. Das erste Rollout oll zeigen, was diese Kräder können
- Thilo Kozik
- Mirko Dölle
Doha/Katar, 18. März 2015 – Kawasaki besitzt schon einen gewissen Ruf für arge Eisen. Mit der Ninja H2 und der nur für die Rennstrecke gebauten Ninja H2R machen sie ihm alle Ehre, denn sie sind nicht nur kompromisslose Motorräder, sondern kommen auch mit Kompressor-Aufladung, die Leistung und Drehmoment in ganz neue Dimensionen erweitert. Das erste Rollout auf der Strecke von Losail in Katar soll zeigen, was diese Kräder können.
Unheimlich präsent nimmt die Kawasaki die Boxengasse mit ihrer futuristischen Andersartigkeit in Besitz. Wo Supersportler mit windschlüpfigen Vollverkleidungen fast uniform daherkommen, beeindruckt die H2 mit einem innovativen Fahrwerksdesign, das einen grünen Gitterrohr-Stahlrahmen und die erste Einarmschwinge bei Kawasaki hervorbringt. Vollends radikal wird der Look durch die kantige Kohlefaser-Verkleidung mit reflektierendem Hochglanz-Chromlack, den riesigen doppelläufigen Schalldämpfer und das luftige Heck mit dem knappen Einzelsitz.
Mit Luftpumpe (11 Bilder)

Die neue Kawasaki Ninja H2 ist ein kompromissloses Sport-Motorrad mit radikalem Design.
Charakteristisches Zwitschern
Wird das Kompressor-Triebwerk angelassen, vervollständigt die eigenständige Akustik mit charakteristischem Lader-Zwitschern das besondere Erlebnis. Hier arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter 998-ccm-Reihen-Vierzylinder mit dem gleichen Hub-Bohrungsverhältnis wie in der ZX-10R, von einem hinter der Zylinderreihe zentral platzierten Kompressor zwangsbeatmet. Kawasaki weist zu jeder Gelegenheit stolz darauf hin, dass man sämtliche Komponenten der Kompressor-Technik selbst entwickelt und fertigt – hier nutzt die vergleichsweise kleine Motorrad-Entwicklung das Know-how der Gasturbinen- und Luftfahrtsparten sowie der Technologie-Abteilung. Die aerodynamischen Spiegelstreben beispielsweise sollen der Kooperation mit der Luftfahrtabteilung Kawasaki Aerospace entstammen.
Der in einem Alu-Gehäuse untergebrachte, nach dem Zentrifugalprinzip arbeitende Lader wird über ein Planetengetriebe direkt von der Kurbelwelle angetrieben. Dabei erhöht das Planetengetriebe die Drehzahl des Verdichterrads auf das 9,18-fache der Kurbelwellendrehzahl. Bei Höchstdrehzahl des Motors (etwa 14.000/min) dreht sich das Verdichterrad fast 130.000 mal pro Minute. So pumpt die neue Ninja H2 200 PS bei 11.000/min ans fette 200er Hinterrad, mit entsprechender Staudruckaufladung durch den Fahrtwind sind sogar 155 kW/210 PS möglich. Noch imposanter fällt das Drehmomentmaximum von 133,5 Nm bei 10.500/min aus.