Profilpflege

Der in Shanghai vorgestellte Scirocco GTS hat eine andere Aufgabe als der erste GTS: Er soll das sportliche Profil des Golf-Ablegers stärken. Dafür gibt es allerlei Spoiler und große Felgen, aber nicht mehr Leistung

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VW
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Von
  • Martin Franz

Wolfsburg, 16. April 2015 – Dem ersten VW Scirocco GTS fiel eine besondere Rolle zu. Als sich nach dem Modellwechsel im April 1981 die Verkaufszahlen nicht wie gewünscht entwickelten, musste schnell ein Sondermodell her. Das kam mit leicht verminderter Ausstattung in Form des GTS 1982 auf den Markt. Anfangs mit nur 85 PS, war der GTS durchaus erfolgreich: Knapp 19.000 Stück wurden in drei Jahren verkauft. Der nun in Shanghai vorgestellte Scirocco GTS hat eine andere Aufgabe als der erste: Er soll das sportliche Profil des Golf-Ablegers stärken.

Die Zutaten dafür klingen vertraut: Der GTS bringt äußerlich die „R-Line“ mit, was gegenüber dem Serienmodell anders geformte Stoßfänger, ein paar Spoiler, schwarze Spiegelgehäuse und voluminöse Schwellerverkleidungen bedeutet. Serienmäßig sind 18-Zoll-Alufelgen, die es in dieser Form noch nicht gab. Gegen Aufpreis montiert VW 19-Zöller und zwei Foilenstreifen, über Motorhaube, Dach und Heck reichen. Chinesische Kunden bekommen letzteres sogar serienmäßig, wie auch die Ledersitze und das Glasdach. Ziemlich zusammengestrichen hat VW die Farbpalette: GTS-Käufer können zwischen Rot, Schwarz und jeweils zwei Weiß- und Grautönen wählen. Im Innenraum sind dach und Interieurleisten schwarz. Die Bezüge von Lenkrad und Sitzen sind mit rotem Garn vernäht.

Profilpflege (8 Bilder)

In Schanghai stellt VW den neuen Scirocco GTS vor.

Der GTS wird nur mit einem Motor angeboten. Der Zweiliter-Vierzylinder mit 220 PS und 350 Nm treibt das Coupé recht ordentlich an. In Verbindung mit dem Schaltgetriebe verspricht VW bis zu 246 km/h, mit dem aufpreispflichtigen Doppelkupplungsgetriebe sind es nur zwei km/h weniger. Die Zeit im Standardsprint bleibt mit 6,5 Sekunden gleich, der Verbrauch im NEFZ liegt bei 6,1 (Schaltgetriebe) und 6,4 Litern liegt ebenfalls nah beieinander. Dennoch bleibt die Frage, warum VW dem Scirocco GTS nicht den zehn PS stärkeren Motor aus dem Golf GTI „Performance“ spendiert hat. In den Fahrleistungen hätte das vermutlich keinen großen Unterschied gemacht, doch einem als besonders sportlich gepriesenen Modell hätte das gut gestanden.

Ganz nebenbei verrät VW bei der Vorstellung des GTS, dass der Scirocco ab Ende Mai den zweiten modularen Infotainmentbaukasten (MIB 2) bekommt. Damit ziehen in den Scirocco jene modernen Radio- und Navigationssysteme ein, die aktuell schon in Polo, Passat und Beetle eingebaut werden. Die restliche Modellpalette von VW soll im Laufe des Jahres folgen. Egal, welche Plattform man bevorzugt: So lassen sich mit „MirrorLink", „Android Auto" (Google) und „Car Play" (Apple) Handys ins Auto integrieren. (mfz)