VEB Elektroblitz

Verstaatlichung von Opel? Warum eigentlich nicht? Die könnten dann endlich mal vernünftige Autos entwickeln!

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Dieser Tage wird viel über die Herauslösung der Opel GmbH aus dem GM-Konzern diskutiert. Nur so, so heißt es, sei der eigentlich rentable und interessante Betrieb zu retten – bliebe er bei GM, würde er zusammen mit dem schwerfälligen Mutterkonzern untergehen. Weil sich aber die ganze Branche zur Zeit auf einer mehr oder weniger rasanten Talfahrt befindet, mag sich kein Investor finden, der dieses Risiko eingeht. Also hoffen die Werker in Bochum und Rüsselsheim auf staatliche Beteiligung. Eine Vorstellung, die gestandenen Marktradikalen wechselweise die Blässe oder die Zornesröte ins Gesicht treibt. Der Staat als Autobauer? VEB Opel? Das ginge ja nun gar nicht – schließlich hätte ja der untergegangene real existierende Sozialismus die Unfähigkeit der Planwirtschaft hinreichend bewiesen.

Mag schon sein, möchte ich an dieser Stelle einfach mal einwenden, aber ein staatseigener Autokonzern böte trotzdem interessante technische Perspektiven. Denn ob es um Spritverbrauch, Schadstoffausstoß oder die Entwicklung neuer Antriebskonzepte geht – stets zeigt die Branche sich technischen Neuerungen gegenüber stockkonservativ. Warum auch nicht? Solange alle Welt konventionelle Autos kauft, muss man keine besseren entwickeln. Mit leisen, sauberen und flotten Elektrowagen würde man der eigenen Benziner-Produktion ja nur unnötig Konkurrenz machen, oder? Nicht umsonst hält sich hartnäckig das Gerücht, die Patente für neue, sparsame Antriebe gäbe es schon längst – aber sie liegen in den großen Automobilkozernen unter Verschluss. Ein staatseigener Konzern könnte die gegenwärtigen und zukünftigen Probleme der individuellen Mobilität unter einer anderen Perspektive angehen, als der der kurzfristigen maximalen Rendite. Was meinen Sie? (wst)