Magererweiterung
Seit sechs Jahren ist der Skoda Yeti auf dem Markt und muss sich einer zunehmenden Zahl von jüngeren Konkurrenten erwehren. Nun kontert Skoda mit modernerem Infotainment und sparsameren Motoren
- Jürgen Wolff
München, 1. September 2015 – Der Run auf kompakte SUV ist ungebrochen, und ein Ende ist nicht absehbar. Viele Marken planen neue Modelle in diesem Segment, um den Erstbesetzern dieser einstigen Nische Kunden abzujagen. Zu den Etablierten darf man den Skoda Yeti zählen, der seit 2009 weltweit fast 450.000 Mal verkauft wurde. Auf die nächste Generation müssen die Kunden wohl noch bis 2018 warten. Der erstarkenden Konkurrenz begegnet Skoda mit einem kleinen Update.
Die kleine Auffrischung betrifft vor allem die Motoren und das Infotainment-Angebot. Drei Turbo-Benziner und zwei Diesel stehen zur Wahl, für alle gibt es nun serienmäßig Start-Stopp-Automatik und Rekuperation, alle erfüllen die Euro 6-Abgasnorm (die ab September ohnehin EU-weit Pflicht ist) und glänzen mit weniger Verbrauch im NEFZ.
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Schneller, nicht stärker
Im Yeti geht Skoda beim Basisdiesel seit geraumer Zeit einen Sonderweg, denn nur hier wird ein Zweiliter-Vierzylinder mit 110 PS eingebaut. Diese Maschine gibt es aktuell nur im Yeti, konzernweit wird ansonsten auf den 1.6 TDI gesetzt, der zwischen 110 und 120 PS leistet. Für das Modelljahr 2016, dessen Produktion nun angelaufen ist, wurde der Yeti 2.0 TDI ein „selektive katalytische Reduktion“ (SCR-)Kat eingebaut, der mit der Harnstofflösung AdBlue arbeitet und so den Ausstoß von Stickoxid reduziert. Trotz unveränderter Leistung soll der Yeti damit nun 179 statt 177 km/h schaffen. Wichtiger dürfte für die meisten Fahrer jedoch sein, dass auch der Verbrauch gesunken sein soll. Statt 5,1 verspricht Skoda nun 4,4 Liter im NEFZ. Auch die Allradversion ist den Werksangaben nach schneller und sparsamer geworden: Statt 5,9 Liter im NEFZ, 12,2 s im Standardsprint und 174 km/h lauten die Eckwerte nun 5,3 Liter, 11,9 s und 176 km/h. Sie hat ein Sechsgang-Schaltgetriebe, die Variante mit Frontantrieb hat nur fünf Gänge. Ein DSG bietet Skoda für diesen Motor gar nicht an.
Der stärkste Diesel leistet inzwischen 150 PS. Der Absatz des einstigen 170-PS-Diesel war offenbar zu gering, als das sich die Anpassung des 2.0 TDI mit 184 PS als Nachfolger gelohnt hätte. Die 150-PS-Version des TDI ist im Konzern weit verbreitet, wir fuhren sie zuletzt im Juni. Skoda bietet sie im Yeti mit Front- und Allradantrieb an, wobei nur Käufer des Allradantriebs die Option auf das DSG haben. Der Yeti ist damit angenehm motorisiert: Er braucht zwar einen kurzen Moment, bevor er loslegt, kommt dann aber flott auf Touren. Überholen, Einfädeln auf der Autobahn – kein Problem. Leise geht es nicht zu beim Beschleunigen, bei normaler Fahrt ist der Diesel dann aber viel zurückhaltender.