Kleine Laster
Pick-Ups gehören weltweit zu den beliebtesten Autos. Doch in Europa und speziell in Deutschland fristen die geländegängigen Pritschenwagen ein Schattendasein. Ein paar unbeugsame Hersteller konnten sich aber dennoch hier etablieren. Was haben sie auf die IAA mitgebracht?
- Wolfgang Gomoll
Frankfurt am Main, 16. September 2015 – Pritschenwagen, die vielseitigen automobilen Lastesel, bleiben auf Deutschlands Straßen eine homöopathische Dosis. Ganz anders sieht es weltweit aus, die Kleinstlaster gehören in der Dritten Welt, aber auch in den USA zum normalen Straßenbild. Den Nissan-Pickup beispielsweise gibt es als NP 300 Navara nun schon in der zwölften Generation. Über 80 Millionen Menschen haben schon mal einen Nissan-Pritschenwagen gekauft. Doch die Chancen, dass diese Version des robusten Japaners auch hier ein Verkaufsschlager wird, stehen nicht gut. Zu weit sind die Pritschenwagen von der deutschen und auch europäischen Autofahrer-Mentalität entfernt. Nichtsdestotrotz stellen einige unentwegte Hersteller wie Mitsubishi, Ford und Nissan ihre neuesten Lasterchen auf die IAA.
Mehrlenker-Hinterachsen und andere Komfortfeatures
Der Navara bietet einige Neuigkeiten, die ihn auch für hiesige Autofahrer interessanter machen würden. Ordert man die Luxus-Version mit Doppelkabine, ist es eine Multi-Link-Hinterachse inklusive, die das Fahrverhalten des Pick-Up-Trucks deutlich komfortabler machen soll. Eine elektronisch gesteuerte Hinterachsdifferenzialbremse hilft bei der Traktion, der unbeladen prinzipbedingt allzu leichten Hinterhand. Die Passagiere profitieren von Klimaanlage und ergonomischen Sitzen. Den 2,3-Liter-Diesel-Motor gibt es in zwei Leistungsstufen (160 / 190 PS), die Anhängelast liegt bei 3,5-Tonnen.
Kleine Laster (8 Bilder)

Ford hat mit dem Ranger knapp 34 Prozent Marktanteil in Deutschland, das entspricht 3133 Autos in den ersten sechs Monaten. Der Autobauer setzt bei seinem Truck ebenfalls auf Komfort, aber auch auf Assistenzsysteme, wie ein einen adaptiven Tempomaten und einen Spurhalte-Assistenten. Auch die Konnektivitäts-Ausstattung Sync2 ist im Angebot. Bei den Motoren stehen drei Diesel – zwei Vierzylinder- und ein Fünfzylinder-Aggregat, zur Verfügung.
Der Mitsubishi L200 kann mit 3,1 Tonnen Anhängelast zwar nicht ganz mit seinen beiden Konkurrenten mithalten, dennoch ist der Mitsubishi-Handwerker, bei Förstern, und Jägern beliebt – mehr als zwei Drittel der L200-Käufer nutzen den Japaner gewerblich. Dennoch spielt der Mitsubishi in der Zulassungsstatistik trotz seines überlegenen, weil permanenten Allradantriebs mit serienmäßiger kurzer Geländeübersetzung eine eher untergeordnete Rolle. Selbst der Wettbewerber von Toyota, der Klassiker Hilux verkauft sich öfter. (imp)