KBA ordnet Rückruf von Volkswagen-Fahrzeugen an

Im Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte will das Kraftfahrt-Bundesamt nicht länger warten und zwingt Volkswagen jetzt zum Rückruf von 2,4 Millionen Fahrzeugen. "Wir ordnen den Rückruf an", sagte heute ein Sprecher der Flensburger Behörde

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Im Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte will das Kraftfahrt-Bundesamt nicht länger warten und zwingt Volkswagen jetzt zum Rückruf von 2,4 Millionen Fahrzeugen. "Wir ordnen den Rückruf an", sagte heute ein Sprecher der Flensburger Behörde.

Hauptgebäude des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg

(Bild: KBA)

Einen von Volkswagen angebotenen Plan zur Reparatur der unzulänglich arbeitenden Motoren will die oberste Zulassungsbehörde nicht abwarten. Volkswagen hatte dem KBA Anfang Oktober einen Vorschlag vorgelegt, die betroffenen Fahrzeuge in Deutschland von Januar bis September 2016 freiwillig nachzubessern.

Am 21. Sepember hatte die US-Umweltbehörde EPA bekannt gegeben, dass viele Diesel-Modelle des Volkswagen-Konzerns gegen Abgas-Grenzwerte verstoßen. Volkswagen hat bei ihnen das Steuergerät so manipuliert, dass die Autos in Labortests erheblich weniger Stickoxide ausstoßen als auf der Straße. Weltweit sind rund elf Millionen Autos betroffen, in Deutschland sind rund 2,8 Millionen Fahrzeuge so verkauft worden, wovon sind noch ca. 2,4 Millionen in Deutschland angemeldet sind.

[Update 15. Oktober 11h30:] Das Kraftfahrt-Bundesamt vertrete die Auffassung, dass es sich um eine "unzulässige Abschalteinrichtung handelt", sagte heute Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin. Die betroffenen 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge in Deutschland aus dem VW-Konzern müssen alle ausnahmslos zur Nachbesserung in die Werkstatt.

Die Rückrufaktion sei für jeden Halter verpflichtend, sagte der Bundesverkehrsminister. Der behördlich angeordnete Weg in die Werkstatt werde sich bis weit ins Jahr 2016 ziehen. Für konkretere Aussagen zum Zeitplan sei es noch zu früh, da viele technische Details der Nachbesserung in den Werkstätten noch zu klären seien. Die betroffenen Autofahrer müssen nicht aktiv werden, sie bekommen demnächst Post. In den Schreiben wird das weitere Vorgehen erklärt. [/Update] (fpi)