Adressenpflege

Suzukis Address ist ist schon seit 1987 im Programm, doch blieb ihm ein Auftritt im Scheinwerferlicht der Messen verwehrt. Dem Erfolg war das nicht abträglich: Weltweit konnte Suzuki 640.000 Einheiten an den Mann und die Frau bringen. Wir haben ihn jetzt nach erneuter Überarbeitung gefahren

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Probefahrt mit dem überarbeiteten Roller Suzuki Address 110
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Von
  • Thilo Kozik
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Bensheim, 22. Oktober 2015 – Suzukis Address ist das Mauerblümchen unter den Rollern des japanischen Zweirad-Herstellers: Schon seit 1987 im Programm und seitdem über die Jahre stetig modellgepflegt, blieb ihm ein Auftritt im Scheinwerferlicht der Messen verwehrt. Dem Erfolg war das nicht abträglich: Weltweit konnte Suzuki 640.000 Einheiten an den Mann und die Frau bringen. Wir haben ihn jetzt nach erneuter Überarbeitung gefahren.

Größter Vorteil des Address ist sein typisch japanischer Pragmatismus, was sehr gut vom jetzt überarbeiteten Antrieb dokumentiert wird: Weil der Address überall auf der Welt und nicht nur in Europa gut ankommen soll, weist sein gebläsegekühlter Einzylinder einen Hubraum von lediglich 113 ccm auf - anstelle der für europäische Leichtkraftroller erlaubten 125er-Kapazität.Dieses Manko überspielt der moderat langhubig ausgelegte Zweiventiler durchaus gekonnt mit einer unerwartet sonoren Auspuffnote und erfrischenden Spurtqualitäten, die man dem lediglich 9 PS starken Antrieb nicht zugetraut hätte. Doch aus dem Stand flitzt der Suzuki Roller bis Tacho 70 freudvoll und subjektiv keinen Deut langsamer als die "echten" 125er voran. Danach wird's zäh, und bei echten 95 km/h ist Schluss. Doch das macht der Einspritzer mit sanfter Laufruhe und bester Sparsamkeit wieder wett: Auf 100 Kilometer fließen im WMTC-Modus gerade mal 2,04 Liter durch die Düse, was mit einer Tankfüllung von 5,2 Litern einen respektablen Aktions-Radius von 254 Kilometer bedeutet.

Adressenpflege (5 Bilder)

Größter Vorteil des Suzuki Address ist sein typisch japanischer Pragmatismus. Ganz in dieses Bild passt der jetzt überarbeitete Antrieb. (Bild: Suzuki (alle))

Für den Sanftmut und den guten Verbrauch haben die japanischen Entwickler die innere Reibung verringert und die Verbrennungseffizienz erhöht. Soviel Entwicklungsaufwand sieht man dem unscheinbaren Scooter nicht an, doch das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Apropos Aussehen: Auch wenn man es kaum glauben mag, an der Optik wurde ebenfalls gefeilt. Die Front ist nun schmal und sportiv, auch in die Lichtleisten integrierte Positionsleuchten sind neu und der Kotflügel vorn tief heruntergezogen. Als einzigen sichtbaren Luxus haben die Produktplaner dem Address formschöne Leichtmetallgussfelgen mit auf den Weg gegeben.

Spürbare Großzügigkeit vermittelt der 110er allerdings beim Aufsitzen. Trotz kompakter Dimensionen bietet er dem Fahrer ein geräumiges Plätzchen mit angenehm aufrechter Ergonomie. Auf dem flachen Trittbrett finden die Füße guten Halt, nur der Raum nach vorn ist etwas beengt. So gut es sich hinterm Lenker sitzt, so knapp fällt das Angebot für Beifahrer trotz ausklappbarer Fußrasten aus.