Gigabell findet neuen Börsenbetreuer

Auch eine Firma, die eigentlich pleite ist, braucht noch einen Betreuer an der Börse – die insolvente Telekom-Firma Gigabell hat so einen neuen Betreuer am Neuen Markt gefunden.

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  • JĂĽrgen Kuri

Auch eine Firma, die eigentlich pleite ist, braucht noch einen Betreuer an der Börse – und findet ihn auch. Die insolvente Telekom-Firma Gigabell hat so einen neuen Betreuer am Neuen Markt gefunden. Der Aktienhändler Future Securities AG sei neuer Designated Sponsor, teilte der Frankfurter Telekommunikationsanbieter laut dpa mit. Designated Sponsors sollen mit ihrer Betreuung die Liquidität einer Aktie und darüber ihren Marktwert erhöhen.

Die Gigabell-Aktie stieg am Freitag im Xetra-Handel um 21,85 Prozent auf 2,90 Euro. Anscheinend ist das Gigabell-Papier bei einigen Börsen-Zockern immer noch für hochriskante Spekulationen beliebt: In den vergangen Tagen konnte die Aktie, die einmal über 130 Euro wert war, teilweise Kursprünge von bis zu 70 Prozent verzeichnen – allerdings immer auf einem niedrigen Niveau von unter 5 Euro.

Mit dem Verkauf wichtiger Firmenteile an den finnischen Telekom-Konzern Jippii (früher Saunalahti) hatte der Insolvenzverwalter die Gigabell vor der sofortigen Liquidation bewahrt. Die Finnen zahlten für Anlagen und Kundenadressen der Gigabell zehn Millionen Mark und übernahmen die Beschäftigten. Die Telefonlizenzen und 50 Millionen Mark Schulden blieben bei Gigabell.

Die 1994 gegründete Future Securities (Rheda-Wiedenbrück) handelt außerbörslich mit Wertpapieren aller Art und bezeichnet sich als einziger deutscher Anbieter eines durchgehenden elektronischen Aktienhandels über Internet. Zudem ist Future Securities als Freimakler in Berlin und als Designated Sponsor für den elektronischen Xetra-Handel tätig. Für 2001 plant das Unternehmen den eigenen Börsengang. (jk)