Kriegsspiel-nutz-fahrzeug
Schon Ende letzten Jahres war im Prinzip klar, wie die Pritschenwagen-Version des kommenden Jeep Wrangler ab 2018 aussehen wird: Die Studie Jeep Gladiator zeigte durchaus seriennah, dass man zwar den alten Name recyclen will, nicht aber die Optik. Mopar stellt nun eine Studie vor, die genau das macht
München, 12. April 2016 – Schon Ende letzten Jahres war im Prinzip klar, wie die Pritschenwagen-Version des kommenden Jeep Wrangler ab 2018 aussehen wird: Die Studie Jeep Gladiator zeigte durchaus seriennah, dass man zwar den alten Namen für den Wettbewerber für Ford F150 und Ram Trucks recyclen will, nicht aber die Optik. Auf dem traditionellen Ostertreffen in Moab hingegen stellte Mopar eine weitere Studie vor, die genau das macht.
Man kann sie als eine Verneigung vor dem militärischen Urahn aus den 1960er bis 1970er-Jahren verstehen, ähnelt sie doch dem Kaiser Jeep M715, einem Midsize-Pickup annähernd in den Ausmaßen eines HMMV "Hummvee".
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Modefarbe "Mistkäfer"
Der Jeep Crew Chief 715 Concept ist in "Tactical Green" lackiert, einer Farbe irgendwo zwischen Metallic-Effektlack und Tarnanstrich, bestens bekannt aus der Natur von grünen Mistkäfern. Darauf befinden sich Schriftzüge im Schablonen-Stil, auf dem hinteren Eck der Pritsche lesen wir "Beast" in Leetspeak, einer Schreibweise, in der Zahlen einzelne Buchstaben ersetzen ("B345T"). Es scheint sich um eine US-amerikanische Modeerscheinung zu handeln, eine ganz ähnliche Lackierung trägt auf Wunsch auch die Harley-Davidson Softail Slim S. Dazu kommen Details wie ein Magnetkompass in der Mittelkonsole von Schiffsbau-Ausmaßen und martialisch beschriftete Schalter für die Differenzialsperren oben auf dem Armaturenbrett. Was hierzulande nur eine Handvoll Wehrsportbegeisterte uneingeschränkt toll finden würde, ist bei den patriotischen Amerikanern großflächig konsensfähig.
Basis der Studie ist ein viertüriger Jeep Wrangler, dessen Radstand für die Pritsche um 58 Zentimeter auf 3,53 Meter verlängert wurde. Die Motorhaube hat anstelle der ikonischen Seven Slots den typischen, nach vorn geneigten Tempelkühlergrill aus Jeeps Kaiser-Ära und zwischen Scheinwerfern und Grill noch zwei militärische Tarnleuchten. Dennoch erschließt sich aus den Dimensionen auf den zweiten Blick, dass es sich um einen Wranger mit einer geänderten Front handelt.
Daran ändern auch die militärischen 40 Zoll-Reifen auf 20 Zoll-Felgen nichts. Das Profil der Pneus ist das Gleiche, wie schon in den 30er-Jahren, die Felgen allerdings sind eine moderne Beadlock-Konstruktion. Zu den Umbaumaßnahmen am Fahrwerk gehören ferner zwei heavy-duty Dana-60-Achsen mit pneumatischen Differenzialsperren vorn und hinten. Die übrige Technik ist weitgehend serienmäßig. Antrieb ist der bekannte 3,6-Liter-V6-Ottomotor mit 295 PS im Verbund mit der ebenfalls bewährten Fünfgang-Automatik. (fpi)