Luftbrummer
Das Mini Cabrio als John-Cooper-Works ist das kräftigste und teuerste Angebot der Marke Mini. Sein Zweiliter-Vierzylinder mit Turboaufladung aus dem Cooper S verleiht ihm 231 PS, das sind 39 PS mehr, als das Cabrio bisher höchstens hatte. Uns interessiert, wie sich das Ganze fährt
- Stefan Grundhoff
Florenz, 2. Mai 2016 – Das Mini Cabrio als John-Cooper-Works ist das kräftigste und teuerste Angebot der Marke Mini. Sein Zweiliter-Vierzylinder mit Turboaufladung aus dem Cooper S verleiht ihm 231 PS, das sind 39 PS mehr, als das Cabrio bisher höchstens hatte. Mini verkauft das neue Angebot mit dezent unterschwellig aggressiven Sportstreifen, dicken Schwellern und Gittereinsätzen in den Schürzen. Uns interessiert, wie sich das Ganze fährt.
Das 1,4 Tonnen schwere Cabrio beschleunigt aus dem Stand in nur 6,6 Sekunden auf 100. Fast noch beeindruckender ist der kraftvolle Zwischenspurt zwischen 80 und 120 km/h in 6,1 Sekunden dank eines maximalen Drehmoments von 320 Nm zwischen 1250 und 4800/min. Inkludiert sind Lebensäußerungen wie dumpfes Brummen, Gangwechsel- und Schiebebetriebs-Blubbern und -Bratzeln. Nicht nur die Beschleunigung ist mit so einer Drehmomentelastizität ein Genuss, man kann dadurch auch sehr schaltfaul fahren. Muss man aber nicht, denn die präzise Schaltung ist eine Bestbesetzung, bei der nur die Mittelarmlehne immer wieder dem arbeitenden Unterarm im Weg ist. Ungeschickt positioniert ist auch der Dreh-Drück-Steller für Sound, Navigation, Bordcomputer und weitere Fahrzeugfunktionen.
Luftbrummer (15 Bilder)

(Bild: Mini)
Zu viel Kraft vorn
Bei so viel Kraft, die über die Vorderräder übertragen wird, bleibt der Einfluss auf die präzise Lenkung nicht aus. Auch und gerade beim Works nerven die spürbaren Antriebskräfte im Lenkrad. Man muss es fest im Griff behalten, damit der Mini nicht eigenmächtig die Ideallinie verlässt. Eine echte mechanische Quersperre wäre hier sinnvoll anstelle der „elektronischen Differenzialsperre” (Häh? Haben Sie schon mal mit Elektronen ein Differenzial gesperrt? Gemeint ist mit diesem absichtlich verunklarenden Marketingbegriff schlicht die übliche Notlösung „Bremseingriff”). Bei ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch packen die Bremsen angenehm kräftig zu.