Der neue Ford Ka+ wird fast so groß wie ein Fiesta

Foord stellt den dritten Ka vor, der künftig Ka+ heißt. Der wird deutlich größer als bisher und rückt so in die Nähe des Fiesta. Doch Ford achtet darauf, ihn abgesehen von der Größe nicht in die Nähe kommen zu lassen

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Ford Ka+
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Köln, 8. Juni 2016 – So richtig glücklich wurde Ford mit dem Ka bisher nicht: Beim ersten kristallisierten sich rasch arge Qualitäts-Probleme heraus, zudem gab es Kritik für die betagten Motoren. Der zweite Ka blieb stets im Schatten des Fiat 500, der im gleichen Werk in Polen gebaut wurde. Nummer drei, nun als Ka+ bezeichnet, soll all das vergessen machen, was mit einer Höherpositionierung gelingen soll. Gebaut wird er in Indien.

Dieses Ansinnen wird bei den Abmessungen deutlich: Mit einer Länge von 3,93 Metern ist der neue Ford Ka 31 cm länger als sein Vorgänger und nur noch 4 cm kürzer als ein aktueller Fiesta. Ford verabschiedet sich damit in dieser Hinsicht aus der Kleinstwagenklasse, worüber Interessenten, die explizit ein kurzes Auto suchen, ausgeschlossen werden. Zudem kommt der Ka dem Fiesta ziemliche nahe, was die Frage nach der Idee dieser üppigen Vergrößerung aufwirft. Die Lösung erschließt sich erst auf den zweiten Blick, denn der nächste Fiesta wird nicht viel größer als der aktuelle und steht künftig auf einer Plattform mit dem Ka+.

Der neue Ford Ka+ wird fast so groß wie ein Fiesta (12 Bilder)

Ford stellt den dritten Ka vor, der deutlich größer als seine Vorgänger wird.
(Bild: alle Ford )

Der dritte Ka wird seine Rolle als billiges Einstiegsmodell behalten. Dafür wird heftig gespart. So bekommt er „neue“ 1,2-Liter-Vierzylinder, die 70 und 85 PS leisten. Sie basieren auf dem 1,25-Liter-Vierzylinder, der im Fiesta neben dem modernen Dreizylinder noch als billige Alternative dienen darf und beim nächsten Modellwechsel entfallen dürfte. Der Begleittext zum neuen Ka+ müht sich redlich, die Motoren als besonders effizient zu preisen, wobei unter anderem von einem „reibungsarmen Motoröl“ die Rede ist, was wohl eher unfreiwillig komisch ist.

Wie weit die Maschine aber von dem entfernt ist, was in dieser Klasse aktuell üblich ist, zeigen die Verbrauchswerte: Ford nennt für den Ka+ im NEFZ 5 Liter – egal ob der Vierzylinder nun 70 oder 85 PS hat. Eine Start-Stopp-Automatik gibt es allem Anschein nach nicht. Damit liegt er nicht nur minimal über dem Vorgänger mit 69 PS – der ja kleiner war – sondern auch erheblich über dem, was Ford für den vergleichbar großen Fiesta nennt: Dort ist der moderne Dreizylinder ohne Aufladung mit 4,3 bis 4,6 Litern im Zyklus angegeben. Selbst die schon erwähnten 1,25-Liter-Vierzylinder verbrauchen im Labor nur 0,2 Liter mehr – für eine neue Motorengeneration sind zumindest die Verbrauchswerte keine Sensation, um es freundlich zu formulieren.