Erste Ankündigungen hat Apple vorgezogen, weil die WWDC-Keynote schon "vollgepackt genug" sei. Neben iOS 10 und macOS könnten auch Hardware-Neuigkeiten dazugehören – selbst iMessage für Android ist im Gespräch.
Am Montag, dem 13. Juni eröffnet Apple die diesjährige World Wide Developers Conference (WWDC). Die Veranstaltung richtet sich dem Namen entsprechend an Entwickler, doch auf der Eröffnungsveranstaltung wird das Unternehmen Produktneuerungen präsentieren, die auch für Nutzer wichtig sind – iOS 10 dürfte im Herbst auf mehreren hundert Millionen iOS-Geräten landen.
Nachdem sich Google und Facebook in den eigenen Entwicklerkonferenzen stark auf Künstliche Intelligenz und digitale Assistenten konzentriert hatten, werden auch von Apple Ankündigungen in diesem Bereich erwartet: dazu gehört die Öffnung von Siri für Entwickler, um Apps die Integration von Sprachbefehlen zu ermöglichen. Bislang bindet Siri nur bestimmte Funktionen und Datenquellen von ausgewählten Partnern ein, etwa die Musikerkennung von Shazam.
Angeblich arbeitet Apple auch einem vernetzten Lautsprecher, der – ähnlich wie Amazon Echo und Google Home – die Sprachassistentin weiter in das eigene Zuhause integriert. Nicht zuletzt soll Siri nach iPhone, iPad, Apple Watch und Apple TV auch auf den Mac kommen.
Die mit iOS 9 eingeführten Assistenzfunktionen könnte Apple mit iOS 10 weiter ausbauen. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr mehrere Firmen aus diesem Bereich gekauft, möglicherweise werden erste Funktionen vorgestellt. Konkrete Änderungen in der Store-App hat Apple für iOS 10 bereits angekündigt, darüber hinaus könnte die Möglichkeit umgesetzt werden, vorinstallierte Apps wieder zu entfernen – eine von vielen Nutzern gewünschte Option, schließlich nimmt die Zahl der unlöschbaren Standard-Apps ständig zu. Apples WWDC-App hat zudem die Vermutung ausgelöst, dass iOS 10 einen "Dark Mode" respektive eine dunklere Bedienoberfläche erhalten könnte.
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Die Musik-App mit tiefer Apple-Music-Integration will das Unternehmen angeblich überarbeiten und – nach Nutzerbeschwerden – vereinfachen. Bestimmte Funktionen wie das Künstler-Netzwerk Connect sollen dabei weniger prominent platziert werden. Auch für die Desktop-Version von iTunes dürfte ein weiteres Re-Design im Herbst anstehen, obwohl Apple jüngst erst nachgebessert hat.
iCloud-VerschlĂĽsselung?
Offen bleibt, ob Apple auch eine umfassendere Verschlüsselung für iCloud ankündigt: Die Nutzerdaten, darunter die umfangreichen Backups, liegen zwar geschützt auf Apples Servern, das Unternehmen hat aber den Schlüssel dafür – und gibt diese Daten unter Umständen an Strafverfolgungsbehörden heraus. Berichten zufolge wird an einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gearbeitet, durch die nur noch der Nutzer selbst auf seine Cloud-Daten zugreifen kann.
Für OS X ist offenbar eine Namensänderung geplant: Zurück zu Mac OS oder genauer gesagt zu macOS soll es gehen – in Anlehnung an iOS, watchOS und tvOS. Version 10.12 dürfte wie iOS 10 wieder für Herbst angesetzt sein, größere Details sind – mit Ausnahme der Siri-Integration – bislang aber nicht durchgedrungen. Ebensowenig ist zu den nächsten Versionen von tvOS und insbesondere auch watchOS bislang bekannt geworden.
Mac-Hardware überfällig
Während Apple das iPhone und manche iPads traditionell im Herbst einführt und auch die zweite Apple-Watch-Generation in diese Jahreszeit verlegen dürfte, steht bei nahezu der gesamten Mac-Produktpalette ein Update an – mit Ausnahme des 12” MacBooks. Besonders der Mac Pro hat inzwischen mehrere Jahre auf dem Buckel, die derzeit noch aktuelle Variante stellte Apple 2013 auf der WWDC vor.
Konzeptbild eines MacBook Pro mit OLED-Touch-Leiste
Beim wichtigen MacBook Pro erwarten Beobachter eine umfassende Erneuerung, mitsamt einer OLED-Touch-Leiste an Stelle der bisherigen Funktionstasten. Diese wäre etwa in der Lage, Zugriff auf spezifische Funktionen je nach Kontext beziehungsweise der gerade verwendeten App anzubieten. Allerdings bleibt auch hier offen, ob Apple das neue Modell jetzt schon ankündigt oder doch bis zum Herbst wartet – und sich auf der WWDC-Keynote rein auf Software konzentriert.
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