Wrightspeed Plug-in-Hybrid mit Turbine für Lastwagen
Der amerikanische Nutzfahrzeughersteller Mack Trucks präsentiert auf der Entsorgungsfachmesse WasteExpo in Las Vegas ein dreiachsiges, kommunales 30-Tonnen-Abfallsammelfahrzeug mit Hybridantrieb und einer Turbine als Range Extender. Der Antrieb stammt von Wrightspeed
Las Vegas/San Jose (USA), 17. Juni 2016 – Der amerikanische Nutzfahrzeughersteller Mack Trucks präsentiert dieser Tage auf der Entsorgungsfachmesse WasteExpo in Las Vegas ein dreiachsiges, kommunales 30-Tonnen-Abfallsammelfahrzeug mit Hybridantrieb und einer Turbine als Range Extender. Der Antrieb stammt von Wrightspeed in San Jose, Kalifornien. Die Firma des Neuseeländers Ian Wright, der vor 13 Jahren Tesla Motors mitbegründete. Heute ist er Hybridspezialist für Nutzfahrzeuge.
Nachdem die an sich verlockende Idee, den Hubkolbenmotor im Lastwagen durch eine Turbine zu ersetzen, bereits mindestens dreimal knapp vor Serienanlauf wieder beerdigt wurde, kommt sie in diesem Prototyp zu neuen Ehren. Das mag verwundern, wenn man weiß, dass der Hauptgrund für das Scheitern der Turbine bereits 1950 (Kenworth/Boeing), 1966 (Ford), 1968 (Magirus et al.) bis frühesten 80er-Jahren ihr ungezügelter Appetit war. Denn Kraftstoffe (Turbinen sind darin wenigstens nicht wählerisch) sind ja zwischenzeitlich nicht billiger geworden. Der Grund für das Scheitern war allerdings, dass die Turbine auf der Langstrecke keinen Stich macht gegen einen Dieselmotor. Das gilt bis heute.
Wrightspeed Plug-in-Hybrid mit Turbine für Lastwagen (16 Bilder)

(Bild: Mack Trucks)
Nun soll die Turbine im Lkw allerdings nicht überland glänzen, sondern vielmehr Strom in schweren batterieelektrischen Lastwagen erzeugen, die im ausgesprochenen Kurzstreckenbetrieb fahren. Ein echter Paradigmenwechsel also, der die spezifischen Vor- und Nachteile der eigentlich altbekannten Technik völlig anders bewertet.
Vollkommene Fehlkonstruktion
Abfallsammelfahrzeuge sind heute lediglich spezialisierte Erscheinungsformen normaler Lastwagen-Fahrgestelle. Vor allem die grundsätzliche Auslegung schwerer Lastwagen für die Langstrecke macht ein Abfallsammelfahrzeug auf dieser Basis eine aus Sicht der Effizienz vollkommene Fehlkonstruktion. Der Prototyp hingegen ist auch vom Antrieb her punktgenau auf den typischen Betrieb schwerer Abfallsammelfahrzeuge ausgelegt. Durch seine Rekuperationsfähigkeit kann der Truck seine unzähligen Bremsvorgänge energetisch verwerten und bereits dadurch jede Menge Kraftstoff sparen. Darüber hinaus bleibt er im elektrischen Betrieb während der Arbeit in Wohngebieten weitgehend lautlos. Eine Turbine als Range Extender soll beiden Vorteilen einen dritten hinzufügen: Durch die nahezu vollständige Verbrennung des Dieselkraftstoffs entstehen auch so gut wie keine Geruchsbelästigung oder schädliche Abgase. Die teure und aufwendige Abgasnachbehandlung wie für einen Dieselmotor könnte wegfallen.