Brüssel plant Lastwagen-Verbrauchsvorgaben

Lastwagen-Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass nun auch Europa Vorgaben zum Treibstoffverbrauch machen wird. Die Brüsseler EU-Kommission plane Standards für den CO2-Ausstoß auch von Lastwagen, sagte heute EU-Vizekommissionschef Maros Sefcovic in Brüssel

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Brüssel plant Lastwagen-Verbrauchsvorgaben
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Lastwagen-Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass nun auch Europa Vorgaben zum Treibstoffverbrauch machen wird. Die Brüsseler EU-Kommission plane Standards für den CO2-Ausstoß auch von Lastwagen, sagte heute EU-Vizekommissionschef Maros Sefcovic in Brüssel.

Brüssel ruft nach Trinksitten: Künftig soll der Verbrauch – Messgröße ist der CO2-Ausstoß – auch bei Lastwagen reglementiert werden. Das Bild zeigt einen MAN 620 der Augustiner-Brauerei auf einem Oktoberfestumzug Mitte der 60er-Jahre am Sendlinger Tor in München.

Bisher gibt es solche Verbrauchsgrenzwerte in Europa nur für Pkw und Transporter, ähnliche Vorgaben für Lastwagen fehlen. In Ländern wie den USA, Kanada oder China gebe es bereits Standards für Lkw, schreibt die EU-Behörde. Von einer Regulierung profitierten letztlich auch die Verbraucher. Denn wenn die Lastwagen weniger Sprit verbrauchten, würden auch die Transportkosten für Güter sinken.

Die Überlegungen sind Teil einer Mitteilung der EU-Kommission zu einem verbrauchsarmen Verkehrssektor. Darin plädiert die Behörde auch für eine Förderung weniger umweltschädlichen Verkehrsformen und mehr Effizienz, etwa durch die Nutzung digitaler Technologien. Zudem müsse die Einführung neuer Biokraftstoffe und emissionsfreier Fahrzeuge beschleunigt werden.

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, begrüßte „die Kombination vielfältiger Bausteine“ durch die EU-Kommission. Positiv wertete er auch, dass keine Antriebsart grundsätzlich ausgeschlossen werde. Wissmann warnte indes vor starren Grenzwerten für Lastwagen. Die Lkw-Hersteller konkurrierten bereits stark miteinander. Erst am Vortag hatte die EU-Kommission einem Kartell mehrerer großer Lkw-Hersteller eine Milliardenbuße auferlegt, auch weil sie sich bei der Einführung schadstoffsparender Technologien abgestimmt hatten.

Der europäische Branchen-Dachverband Acea bemängelte, die EU-Kommission nehme den Straßenverkehr zu sehr in den Fokus und rief nach einem „ausgeglicheneren Ansatz“, der etwa auch den Luft-, See- oder Bahnverkehr umfasse.

(mit Material der dpa) (fpi)