Fahrbericht: Infiniti QX30 2.2d AWD

Individualisten bietet Infiniti mit dem QX30 eine Alternative zum baugleichen Großserien-Mercedes GLA. Man erkauft sich das Fashion Statement mit eingeschränkter Wahlfreiheit und geringerem Komfort. Wer hier Kompromisse macht, outet sich also möglicherweise schnell als Fashion Victim

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Fahrbericht: Infiniti  QX30 2.2d AWD
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Stefan Grundhoff
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Bonn, 27. Juli 2016 – Individualisten in Modefragen bietet Infiniti mit seinem Crossover QX30 eine gestylte Alternative zum baugleichen Großserien-Pendant Mercedes GLA. Wir fuhren ihn mit Dieselmotor mit Allradantrieb – andere Motorisierungen bietet Infiniti nicht an.

Nissans Edelmarke lässt das Auto bei Daimler im britischen Sunderland neben A-Klasse und GLA bauen. Der große Unterschied zwischen GLA und QX30 ist der Auffallfaktor des (noch) seltenen Nissans im europäischen Straßenverkehr.

Fahrbericht: Infiniti QX30 2.2d AWD (17 Bilder)

Individueller als jeder Mercedes GLA: Der Infiniti QX30 2.2d AWD
(Bild: Martin Meiners)

Von außen erinnert nichts an den Mercedes GLA. Nur wer es weiß, erkennt Ähnlichkeiten bei Dachlinie, Proportionen, Radstand oder Überhängen. Der Infiniti wirkt vor allem durch ein lebendigeres (man könnte auch sagen: unruhigeres) Design an Front, Heck und Flanken, was sicher Geschmackssache ist. Man kann es cooler finden als das des Mercedes GLA. Auf Parkplätzen, an Ampeln oder der Tankstelle wird immer wieder zu dem 4,43 Meter langen QX30 herübergeschielt.

Keine großen Wahlmöglichkeiten lässt das Basispaket zu. Der Infiniti QX30 wird ausschließlich in der Top-Dieselvariante angeboten, obschon ihm gerade ein kraftvoller Ottomotor mindestens genauso gut stehen würde. Der 125 kW / 170 PS starke Selbstzünder ist obligatorisch an das sinnvolle Paket aus siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb gebunden.

Ab 38.600 Euro wird das Crossover-Modell nur in den beiden Luxusausstattungen Premium und Premium Tech angeboten. In beiden sind Ausstattungen wie Navigationssystem, Sitzheizung, Klimaautomatik, abblendbare Spiegel oder 18-Zoll-Rädersatz serienmäßig. Das Luxusmodell bietet ab 43.170 Euro zudem elektrische Ledersitze, LED-Scheinwerfer oder einen schlüssellosen Zugang.

Der aus dem Hause Mercedes bekannte 2,1-Liter-Diesel tritt ab 1400/min mit 350 Nm Drehmoment überaus kraftvoll an. Leise ist der Vierzylinder-Diesel dabei jedoch nicht. Die Abstimmung von Motor und siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe ist so gut, dass der Fahrer nur selten auf die Idee kommt, über die Schaltpaddles am Lenkrad in die Gangwahl einzugreifen. Den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der Allradler in 8,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 215 km/h beziffert und der Normverbrauch wird je nach Bereifung um die 4,9 Liter Dieselkraftstoff angegeben.