Vorstellung Opel Karl Rocks
Opel geht mit der Zeit und stellt den Kleinstwagen Karl mit mehr Bodenfreiheit und reichlich schwarzem Plastik vor. Das soll ein Talent für Fahrten durchs Gelände suggerieren, welches kaum ein Kunde nutzen wird. Gefragt sind diese Modelle trotzdem
Rüsselsheim, 12. September 2016 – Wie sich die Dinge doch manchmal gleichen, zeigt sich in automobiler Hinsicht gerade besonders gut bei jenen Modellen, denen die Marketing-Truppen gern Attribute wie „abenteuerlustig“, „robust“ und „Freiheit“ andichten. Opel fügt für den neuen Karl Rocks dem noch den Begriff „kernig“ hinzu, warum auch immer. Damit gibt es zumindest eine begriffliche Gemeinsamkeit mit dem Adam Rocks. Gemeint sind in beiden Fällen Ableger der normalen Versionen, die mit allerlei unlackiertem Kunststoff außen eine Tauglichkeit für Fahrten durchs Gelände andeuten sollen, die kaum ein Käufer solcher Autos jemals nachprüfen wird.
Mehr Bodenfreiheit
Immerhin hat Opel den Karl etwas angehoben. Die 18 mm mehr Bodenfreiheit ändern zwar an den Talenten für Fahrten über unbefestigte Wege nur sehr wenig, doch die Kunden wird das kaum stören. Sie schätzen die Optik, und es sind mittlerweile offenbar so viele Interessenten, das mit weiterem Zuwachs in der Klasse der Beplankten fest zu rechnen ist. Im Karl Rocks bringt das Plus an Bodenfreiheit zumindest einen großen Vorteil: einen bequemeren Einstieg. Selbst diesen Aufwand sparen sich einige Hersteller und belassen es bei den Kunststoffanbauten.
Vorstellung Opel Karl Rocks (8 Bilder)

(Bild: alle Opel)
Neu an diesem Karl sind zweifarbige 15-Zoll-Alufelgen im eigenständigen Design, die silberne Dachreling und silberne Leisten an Stoßfängern und Schwellern, die einen Schutz des Unterbodens suggerieren sollen. Den hat sich Opel natürlich ebenso gespart wie einen Allradantrieb. Die Kosten dafür wären in beiden Fällen weit über das hinausgegangen, was die allermeisten Kunden als Zuschlag akzeptiert hätten. Wie hoch der ausfällt, verrät Opel übrigens noch nicht. Informationen dazu soll es spätestens auf der Messe in Paris geben.
Innen setzt sich der Karl Rocks durch Stoffpolster „im Honigwaben-Design“ und ein paar lackierte Dekorelemente von der ungeschminkten Version ab. Als Antrieb dient weiterhin ein Dreizylinder mit 75 PS, der im Test einen ordentlichen Eindruck hinterließ. Der Aufwand für den Karl Rocks hält sich also in Grenzen, was einen nur geringen Aufpreis erwarten lässt. Dies dürfte seine Absatzchancen erhöhen, denn trotz der modischen Aufmachung bleibt der Preis eines der stärksten Argumente für diese Klasse.
(mfz)