Ford: UmbauplÀne und autonome Taxis bis 2021

Bei der Entwicklung selbstfahrender Autos hat Ford den boomenden Markt der Fahrdienste fest im Blick. Schon 2021 will der zweitgrĂ¶ĂŸte US-Autohersteller den ersten vollautonome Roboterwagen fĂŒr den gewerblichen Personentransport in Dienst stellen. Doch soll das nur ein Teil eines großen Umbaus sein

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Von
  • Wolfgang Gomoll
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Detroit, 15. September 2016 – Ford hat bei der Entwicklung selbstfahrender Autos den boomenden Markt der Fahrdienste fest im Blick. Schon 2021 will der zweitgrĂ¶ĂŸte US-Autohersteller den ersten vollautonome Roboterwagen fĂŒr den gewerblichen Personentransport in Dienst stellen. Das Fahrzeug ohne Lenkrad, Gas- und Bremspedal soll dabei punktgenau fĂŒr Kraftdroschkenunternehmen entwickelt werden. Ford geht davon aus, dass bis zu 20 Prozent der verkauften Neuwagen Ende des nĂ€chsten Jahrzehnts selbsttĂ€tig fahren und will sich daher zu einem umfassenden MobilitĂ€tsanbieter wandeln.

Ford-Chef Mark Fields erklĂ€rt die PlĂ€ne seines Unternehmens persönlich. Er kommt in Jeans, offenem Hemd und einem karierten Sakko, das auch aus Alexander Dobrindts Kleiderschrank stammen könnte. Allerdings ist es deutlich geschmackvoller als die Jacken des deutschen Verkehrsministers. „Wir mĂŒssen mit einem Fuß in der Vergangenheit stehen und mit dem anderen in der Zukunft”, sagt Fields und meint mit „Vergangenheit” das VermĂ€chtnis von Henry Ford und der ĂŒber 100-jĂ€hrigen Geschichte seines Unternehmens. Fields ist sich sicher: Die nĂ€chsten zehn Jahre werden die Automobilindustrie genauso verĂ€ndern, wie die Umstellung von der reinen Manufaktur auf die Fließband-Produktion durch den legendĂ€ren FirmengrĂŒnder.

Ford: UmbauplÀne und autonome Taxis bis 2021 (13 Bilder)

Ford-Chef Mark Fields blickt optimistisch in die Zukunft.

„Jede Minute werden in den USA 30 neue Autos verkauft, sieben Millionen Meilen gefahren, sind 125.000 Taxen, Uber- sowie 60.000 Car-Sharing-Fahrten unterwegs und werden 350.000 Apps heruntergeladen”, sagt Fields. Gemeint ist der profunde Wechsel der MobilitĂ€t, der sich in der nahen Zukunft noch verschĂ€rfen wird. Um nicht auf dem Schrottplatz der Automobil-Geschichte zu enden, soll Ford sich vom reinen AutoverkĂ€ufer zu einem MobilitĂ€tsanbieter wandeln. Ein Ansatz in direkter Konkurrenz zu Uber und Google.

2021 will der US-Autobauer in einer Großstadt einen autonom agierenden Shuttle Service anbieten. Die Fahrzeuge sollen in der Lage sein, Level vier von fĂŒnf des Robo-Fahrens zu erreichen. Das heißt: In einem kartographierten Gebiet ohne Fahrer unterwegs sein. Heute sind die selbststĂ€ndigen Ford-Taxen sind noch recht auffĂ€llig. Auf dem Dach stehen LIDAR-Radar-Sensoren, nicht schön, aber funktionell. „FĂŒr uns ist wichtig, dass die Technik robust ist”, erklĂ€rt Johannes Strom. Der Ingenieur auf dem Beifahrersitz ĂŒberwacht die Daten der Sensoren und die Karten. Die umgebauten Ford Fusion Hybride drehen auf dem FirmengelĂ€nde ihre Runden, wo die BeschĂ€ftigten ganz normal ihrem Job nachgehen. Menschen ĂŒberqueren die Fahrbahn, Autos kommen aus Seitenstraßen oder bleiben unvermittelt stehen.