Vor 80 Jahren: Mercedes im Geschwindigkeitsrausch
Im Herbst 1936 holte Rudolf Caracciola, Grand-Prix-Europameister von 1935, mit 372,102 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für Daimler-Benz. Insgesamt verbessert Caracciola fünf bestehende internationale Klassenrekorde der Klasse B für Fahrzeuge mit 5 bis 8 Liter Hubraum
Stuttgert, 17. Oktober 2016 – Vor 80 Jahren holte Rudolf Caracciola mit 372,102 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für Daimler-Benz. Insgesamt verbesserte der Grand-Prix-Europameister von 1935 fünf bestehende internationale Klassenrekorde der Klasse B für Fahrzeuge mit 5 bis 8 Liter Hubraum.
In den 30ern glaubte man noch fest an den Technologietransfer von der Rennstrecke auf die Straße und die Begeisterung für Autorennen war so groß, wie die Formel 1 heute nur träumen kann. Seit der 1934 eingeführten 750-kg-Formel waren Rekordfahrten ein fester und sehr populärer Bestandteil des jährlichen Rennkalenders. 1936 war ein besonderes Datum für Daimler-Benz, in dem man sich öffentlichkeitswirksam als mittlerweile 50-jähriger Erfinder des Automobils feierte.
Vor 80 Jahren: Mercedes im Geschwindigkeitsrausch (4 Bilder)

Presseeinladung zum „Reifentest“
Dazu gehörte auch eine Veranstaltung, zu der die Journalisten am 26. Oktober 1936 ganz unverfänglich zu „Reifenversuchs“-Fahrten geladen waren. Nicht zuletzt die Location auf der Autobahn Frankfurt–Heidelberg, der heutigen A5, ließ kundigere Kollegen unter den Motorjournalisten allerdings schon etwas Größeres ahnen.
Was sie sahen, war neu: Das Auto hatte eine Stromlinienkarosserie mit vollverkleideten Rädern. Davor waren Rekordversuche mit verkleideten Rennwagen und modifizierter Karosserie üblich. Einzig für Rekordfahrten konzipiert nutzt der Rekordwagen das Fahrwerk des ersten „Silberpfeil“-Rennwagens W 25. Die Karosserie ist ungewohnt flach, die Räder integriert, eine Idee des jungen Konstrukteurs Josef Müller, der seine Erkenntnisse aus Windkanalversuchen einbringen durfte.