Kawasaki Ninja 650

Eine interessante Verbindung von Alltagstauglichkeit und sportlicher Verpackung bietet die neue Kawasaki Ninja 650. Sie trägt den Motor der ER-6f und den Namen Ninja sowie die Optik des Sportbikes. Die Kombination verspricht Erfolg

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Zweirad
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Von
  • Ingo Gach
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Köln, 27. Oktober 2016 – Kawasaki stellt die Modelle ER-6f und die ZX-6R ein. Für die Fans ist das wie ein Schlag in die Magengrube. Die ER-6f gehörte zusammen mit ihrem Schwestermodell ER-6n (die im Programm bleibt) zu den meistverkauften Modellen in Deutschland. Das sportlich angehauchte Mittelklasse-Bike war überaus beliebt und die heißblütige ZX-6R hatte gerade erst die Supersport-WM gewonnen. Doch die giftgrüne Marke verzichtet nur deshalb auf ihren alltagstauglichen Bestseller und das kompromisslose Rennmotorrad, weil sie nun beide Philosophien zusammenschweißt. Auf der INTERMOT präsentierte Kawasaki die Ninja 650. Sie trägt den 649-Kubikzentimeter-Zweizylinder der ER-6f, ist aber optisch dem 200-PS-Superbike Ninja ZX-10R wie aus dem Gesicht geschnitten.

Stellt sich die Frage nach dem „warum“? Die Antwort wird beim Blick auf die Verkaufszahlen offensichtlich. Die ZX-6R leistete stramme 128 PS bei irrwitzigen 14.000/min, eine Rakete auf der Rennstrecke, doch im Alltag bereitete die rein auf Spitzenleistung ausgelegte 600er Stress. Gemütliches Dahinbummeln in der Stadt artete in asthmatischem Röcheln aus. Der Begriff Komfort war auf der harten Sitzbank mit dem tief positionierten Lenker und der knüppelharter Fahrwerksabstimmung ein Fremdwort. Der Zeitgeist spricht gegen solche extrem sportlichen Konzepte und entsprechend wollte niemand mehr die ZX-6R kaufen, schon gar nicht für den Listenpreis von 11.995 Euro. So standen die schnittigen Race-Bikes wie Blei im Schaufenster.

Kawasaki Ninja 650 (15 Bilder)

Die Kawasaki Ninja 650 soll Sport mit Alltagstauglichkeit verbinden. Sie sieht dem Superbike Ninja ZX-10R sehr ähnlich, trägt aber den Reihenzweizylinder der ER-6f, deren Nachfolge sie antritt.

Ganz im Gegensatz zur begehrten ER-6f, die sich letztes Jahr zusammen mit ihrem unverkleideten Schwestermodell ER-6n in Deutschland beachtliche 2951 Mal verkaufte. Für 6895 Euro war sie ein attraktives Angebot mit 72 PS und viel Alltagstauglichkeit, sogar mit zwei Personen und Gepäck. Doch die f-Version konnte nie leugnen, dass sie eigentlich ein Naked Bike war, an das nachträglich eine Vollverkleidung drangebastelt worden war.

Es lag für die Kawasaki-Entwickler daher nahe, den Motor der ER-6f in ein Motorrad mit der Optik der Ninja-Baureihe zu verpflanzen, ihr aber eine komfortable Ergonomie mitzugeben. Ohne Frage ist die Ninja 650 sehr gelungen.