Triumph Street Cup

Triumph präsentiert in seiner Classic-Baureihe einen liebevollen Café Racer auf Basis der Street Twin. Eigentlich wurden nur einige Komponenten ausgetauscht bzw. zugefügt, aber die Street Cup zeigt dadurch einen völlig anderen Charakter

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Triumph Street Cup
Lesezeit: 7 Min.
Von
  • Ingo Gach
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Köln, 3. November 2016 – Triumph jongliert mit Reminiszenzen an die eigene Vergangenheit. Seit die britische Marke vor 15 Jahren die Retro-Welle mit der Bonneville so richtig ins Rollen gebracht hat, vermehren sich die nostalgisch gestalteten Modelle bei allen Herstellern. Letztes Jahr stellte Triumph mit der Street Twin eine Nachfolgerin vor. Den Name Bonneville erhielt sie nur deshalb nicht erneut, weil der schon an das große Modell mit 1200 cm3 vergeben war. Die Street Twin bekam einen 900-cm3-Reihenzweizylinder (vorher: 865 cm3) mit 270 Grad Hubzapfenversatz, aber nun mit Flüssigkeitskühlung. Die stilechte Luftkühlung der Vorgängerin konnte wegen der strengen Euro-4-Abgasnorm nicht beibehalten werden.

Man überlegte sich in der Entwicklungsabteilung von Triumph reiflich, was der Retro-Bike-Kunde eigentlich wollte. Kritiker hatten der alten Bonneville oft vorgeworfen, dass ihr 68-PS-Motor wegen der linearen Leistungsentfaltung emotionslos sei. Die am häufigsten geäußerte Forderung der Besitzer war: mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen.

Triumph Street Cup (15 Bilder)

Der dreifache Superbike-Weltmeister Carl Fogarty schwang sich bei der Präsentation der Triumph Super Cup in den Sattel. Er lobte das Konzept des nostalgisch wirkenden Café Racers. Nicht weiter verwunderlich, denn er ist Markenbotschafter von Triumph.
(Bild: alle Hersteller)

Davon gab das Entwicklungsteam um den Chef-Ingenieur Stuart Wood ihren neuen Heritage-Baureihen (1200 und 900 cm3) reichlich mit. Der Zweizylinder bringt es in der Street Twin zwar auf „nur“ 55 PS, was bei vielen Motorradfahrern erst einmal für lange Gesichter sorgt. Doch das hübsch gestylte Nostalgie-Bike bietet 80 Nm Drehmoment schon bei 3230/min. Zum Vergleich: Die Vorgängerin schaffte gerade mal 68 Nm bei 5800/min. Die Neue legt entsprechend ein völlig anderes Fahrverhalten an den Tag. Sie drückt vom Standgas weg mächtig an, subjektiv würde jeder unwissende Fahrer erst einmal auf viel mehr PS tippen. Dazu gesellt sich eine handliche Fahrwerksgeometrie von 65,7 Grad Lenkkopfwinkel und ein Nachlauf von 98,7 Millimeter. Auch wenn sie mit einer konventionellen, nicht einstellbaren Telegabel und nur in der Vorspannung einstellbaren Stereo-Federbeinen unterwegs ist, verfügt sie über einen zufriedenstellenden Fahrkomfort.

Der Nostalgie-Biker liebt seine ganz spezielle Retro-Linie. Für die Fans der Café-Racer legt Triumph deshalb nun die Street Cup auf als formale Nachfolgerin der Thruxton 900. Die Street Cup basiert auf der Street Twin und teilt sich mit ihr den Motor, Stahlrohrrahmen, Tank, Schwinge, Gabel, Felgen, Kotflügel und Seitendeckel. Doch durch den geschickten Einsatz einiger Komponenten verändert die Street Cup ihren Charakter völlig.