Neuvorstellung: Kawasaki Z 900

Kawasaki präsentiert die neue Z 900 - eine Modellbezeichnung, die bei Fans Kultstatus genießt. Das Naked Bike soll die erfolgreiche Z 800 ablösen. Die Nachfolgerin hat mit einem grandiosen Motor und weniger Gewicht das Zeug dazu, sogar beliebter zu werden

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Kawasaki Z 900

(Bild: Kawasaki)

Lesezeit: 7 Min.
Von
  • Ingo Gach
Inhaltsverzeichnis

Da hat Kawasaki seinem jüngsten Spross aus der Naked-Bike-Familie per Namensgebung ein schweres Erbe aufgebürdet: Z 900. Die 900 Z1 debütierte 1972 – drei Jahre später erhielt sie die Bezeichnung Z 900 – und ist nichts geringeres als das wahrscheinlich wichtigste Motorrad der japanischen Marke. Sie trug den ersten Reihenvierzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen der Motorradgeschichte. Die Z1 genießt immer noch Kultstatus und bereits zu Bauzeiten galt sie als das Männer-Motorrad schlechthin mit 79 PS und Topspeed 230, war aber nur mit viel Mut auszureizen, da das Fahrwerk von der Leistung überfordert war. Seitdem wurde der Reihenvierzylinder quasi zum Markenzeichen von Kawasaki, so betrat etwa 1984 mit der GPZ 900 R eine weitere legendäre Kawasaki mit 900 cm3 die Weltbühne. Sie war mit 115 PS das stärkste und schnellste Serienmotorrad seiner Zeit.

Dass die neue Z 900 es auch zu solchen Meriten bringt, ist zwar eher unwahrscheinlich, aber ein Verkaufserfolg könnte das attraktive Naked Bike dennoch werden. Sie positioniert sich in der goldenen Mitte zwischen den bereits seit etlichen Jahren erhältlichen Modellen Z 1000 und Z 800. Auch wenn Kawasaki es noch nicht offiziell kommuniziert hat, aber die 900er wird die 800er ersetzen. Natürlich muss die Neue alles besser können, schließlich erfreute sich die Z 800 sehr großer Beliebtheit, im vergangenen Jahr belegte sie den hervorragenden siebenten Platz in der deutschen Verkaufsstatistik.

Neuvorstellung: Kawasaki Z 900 (15 Bilder)

Sie trägt einen großen Namen, könnte der Bürde aber gerecht werden. Die neue Kawasaki Z 900 möchte an glorreiche Zeiten anknüpfen. Dafür ist sie mit einem feinen Motor, leichten Rahmen und guten Fahrwerk gerüstet.
(Bild: alle: Kawasaki)

Die Z 900 wirkt im Design nicht mehr ganz so gedrungen und angespannt wie die beiden anderen Modelle. Was vor allem daraus resultiert, dass weniger Plastik verbaut wurde, so gewährt die 900er zum Beispiel den freien Blick auf die hübschen Rahmenrohre, was ihr eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Sie guckt nicht mehr ganz so böse aus den beiden schrägen Scheinwerfern und die vier Krümmer sind weniger gebogen und wirken entsprechend weniger wirr als bei der 800er. Einen netten Gag hält das Rücklicht bereit: die LEDs leuchten in einem Z auf.

Die Marke bewirbt die Z 900 mit dem Slogan „Refined raw“, also sinngemäß „gezähmte Rohheit“. Das dürfte sich weniger auf schlechte Laufsitten des Motors beziehen, als vielmehr auf ein schnelles Hochdrehen. Der 948-cm3-Reihenvierzylinder ist eine verkleinerte Version des Z 1000-Antriebs, basiert also nicht auf der 800er. Statt einer 77-mm-Bohrung weist die 900er nur noch 73,4 mm pro Zylinder auf, der Hub von 56 mm blieb identisch. Das bekannte 1043-cm3-Aggregat gilt aber schon als laufruhig und angenehm, da wird sich die kleinere Ausgabe nicht anders verhalten, zumal sie über eine Sekundär-Ausgleichswelle verfügt.