Bericht: Hat Audi Abgaswerte des A3 manipuliert?

Bei Audi könnten die Abgaswerte des aktuellen A3 TDI manipuliert worden sein. Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, legten diesen Verdacht der Zeitung vorliegende Labor-Testergebnisse des Forschungszentrums Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission nahe

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Hat Audi Abgaswerte des A3 manipuliert?
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Bei der Volkswagen-Marke Audi könnten die Abgaswerte des aktuellen A3 TDI manipuliert worden sein, um die Grenzwerte der EU einzuhalten. Wie die Süddeutsche Zeitung heute (Ausgabe vom 14.12.16) berichtet, legten diesen Verdacht der Zeitung vorliegende Labor-Testergebnisse des Forschungszentrums Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission nahe.

Neue Messwerte legen ein Defeat Device im Audi A3 Diesel nahe, so die SZ.

(Bild: Audi)

Die Brüsseler Behörde habe laut Bericht „die Testberichte auf Drängen des Untersuchungsausschusses herausgegeben, den das Europaparlament zur Aufklärung der Abgasaffäre eingesetzt hat“. Die Untersuchungen legen den Verdacht nah, dass auch im aktuellen Modell mit der Schadstoffklasse Euro6 eine Abschalteinrichtung, ein sogenanntes „Defeat Device“ arbeiten könnte. Das Fahrzeug habe auf dem Prüfstand beim Warmtest im europäischen Prüfzyklus deutlich mehr Schadstoff emittiert hat als im Kalttest. Technisch ist das nicht anders zu erklären als durch einen Eingriff einer Steuerung in die Abgasentgiftung.

Audi erklärte dazu, man habe keine Informationen zu diesen Untersuchungen. „Es ist für uns nicht ersichtlich, um welche Motorisierung es sich konkret handelt. Deshalb können wir dazu leider keine Stellung beziehen.“ Es gebe unabhängige Messungen, bei denen der A3 2,0 TDI mit der Schadstoffnorm Euro 6 „sehr gut abgeschnitten“ habe.

Das KBA will zum Audi A3 bei eigenen Tests herausgefunden haben, dass das Fahrzeug unterhalb der gesetzlichen Stickoxid-Grenzwerte liege. Allerdings habe es den Test bei verschiedenen Temperaturen gar nicht durchgeführt. Laut Bericht wollte sich die Behörde auf Anfrage dazu nicht äußern.

Audi ist bereits in den Volkswagen-Abgasbetrug verwickelt. Für Freitag hat das US-Bezirksgericht in San Francisco eine Anhörung über einen Kompromiss zur Reparatur und den Rückkauf von rund 85.000 Diesel-Fahrzeugen mit 3,0-Liter-Motoren von Audi angesetzt. Volkswagen hatte bereits im Oktober in den USA eine Einigung für rund 475.000 Zwei-Liter-Dieselautos der Marke VW mit einer illegalen Abschalteinrichtung erzielt. Der Vergleich kostet den Dax-Konzern einschließlich Händler-Entschädigungen bis zu 16,5 Milliarden Dollar (15,6 Milliarden Euro). (fpi)