FGR Midalu 2500 V6
Wer großvolumige Motorräder mit brachialer Power mag und noch etwas Platz zwischen dem Ferrari und dem Range Rover in der Garage hat, ist mit der FGR Midalu 2500 V6 womöglich genau richtig bedient. Eckdaten: V6 mit 2,4 Litern Hubraum, 240 PS, 160 Nm, 120.000 Euro
(Bild: Hersteller)
- Ingo Gach
Wer großvolumige Motorräder mit brachialer Power mag und noch etwas Platz zwischen dem Ferrari und dem Range Rover in der Garage hat, aber eine Ducati Diavel für zu gewöhnlich hält, ist mit der FGR Midalu 2500 V6 womöglich genau richtig bedient. Der tschechische Hersteller FGR wollte nichts weniger als das hubraumgrößte Sportmotorrad der Welt bieten. Heraus kam ein V6 mit 90 Grad Zylinderwinkel und 2442 cm3 Hubraum. Was sich nach einem durchaus nicht kleinen Automotor anhört, steckt tatsächlich zwischen zwei Rädern und bringt 262 Kilogramm auf die Waage. Zwar überbietet die amerikanische Boss Hoss sie mit einem 6,2-Liter-V8 von Chevrolet, der aber ist ein Cruiser und wiegt außerdem mit 760 Kilogramm fast soviel wie ein Kleinwagen. FGR ging einen anderen Weg.
Was lange währt ...
Der Ex-Rennfahrer Miroslav Felgr gründete seine Ingenieur-Firma FGR 1992 und träumte von einem eigenen Racing-Bike. Das entstand aber erst neun Jahre später in Zusammenarbeit mit dem Konstrukteur Oldřich Kreuz. Ab 2004 bestritt der Zweitakter FGR 125 Rennen in diversen Serien, bekam ab 2007 sogar ein paar Wildcard-Einsätze in der 125er-WM und nahm 2012 in der neu gegründeten Moto3-WM teil. Für das selbst entwickelte Fahrwerk wählte FGR einen 250er-Honda-Viertaktmotor und fuhr ein paar Achtungserfolge ein, stieg 2013 aber wieder aus der WM aus.
FGR Midalu 2500 V6 (15 Bilder)

(Bild: alle Hersteller)
Genügend Erfahrung mit der Entwicklung von Motorrädern war bei FGR also vorhanden. Die Idee zu einem großvolumigen Motor für ein straßenzugelassenes Bike hegte Felgr schon seit längerer Zeit. 2005 entwarf Kreuz dafür einen Sechszylinder. 2008 wurde der FGR 2500 V6-Motor der Öffentlichkeit präsentiert, doch es dauerte weitere acht Jahre bevor das nun Midalu 2500 V6 getaufte Motorrad endlich fertig wurde.
Wuchtbrumme
Sie ist groß und wuchtig, liegt optisch irgendwo zwischen der Ace der britischen Firma Ariel und der Ducati Diavel. Schon aufgrund der üppigen Abmessungen des V6 war ein zierliches Sportbike gar nicht möglich, außerdem würde eine Vollverkleidung den Blick auf den Sechszylinder versperren. Also, entschied man sich für ein Naked Bike mit einem präsenten Gitterrohrrahmen aus ziemlich massiven Stahlrohren. Schließlich muss er gewaltige Kräfte aufnehmen. Der 2442-cm3-Motor leistet 240 PS und bietet 160 Nm Drehmoment.
FGR war bewusst, dass ein Motorrad mit einem V6 kein Leichtgewicht werden würde, dennoch bemühte man sich, soviel wie möglich zu sparen, denn alleine der Motor wiegt 107 Kilogramm. Das Zauberwort heißt Karbon. Der Kohlefaserverbundstoff wurde reichlich verwendet. Der Auspuff, die Heckverkleidung, Kühlerverkleidung, Bugspoiler, Kotflügel, Scheinwerfermaske, etliche Hitzeschilder und sogar der Tank bestehen aus dem teuren Material. Schließlich zeigt die Waage – laut Hersteller – 262 Kilogramm ohne Sprit an. Benzin dürfte der riesige Motor reichlich konsumieren und wie weit die Midalu mit dem 18-Liter-Tank kommt, bleibt seitens FGR leider unbeantwortet.