Vorstellung: Skoda Octavia RS 245
Skoda stellt die überarbeitete Version des stärksten Octavia RS vor. Der soll als RS 245 mit 245 PS all jene überzeugen, die ungern Kompromisse eingehen – und sei der Unterschied auch noch so gering.
(Bild: Skoda)
Nennenswerte Lieferzeiten auf einen Skoda – eigentlich ist dieses Kapitel lange vorbei. Doch es gab auch in der Neuzeit immer mal wieder den Fall, dass sich Kunden monatelang in Geduld üben mussten. So gab es vor ein paar Jahren bei Skoda mal einen Engpass beim Lieferanten des Panoramadachs, was dann zur Folge hatte, dass Neuwagenkäufer mit reichlich Vorfreude beschenkt wurden. Besteller eines Octavia RS kennen diese Problematik besonders gut, denn Skoda hatte die Nachfrage zum Start der aktuellen Baureihe massiv unterschätzt. Inzwischen wurden Produktionskapazitäten verschoben, was die Situation etwas entschärft hat. Stück für Stückchen stellt Skoda nun die überarbeitete Version des Octavia RS vor. Heute: Den neuen Octavia RS 245.
15 PS mehr
Bei seiner Vorstellung im Jahr 2014 hatte der stärkste Octavia 220 PS, 2015 folgte ein Sondermodell mit 230 PS. Seit der Überarbeitung hat der Standard-RS 230 PS. Die neue Spitze ist der RS 245 mit 245 PS und 370 Nm. Er wird wieder als Combi und als – in Deutschland wenig gefragte – Fließheck-Limousine angeboten. Die Unterschiede zum gewöhnlichen RS sind bei den Werksangaben sind erwartungsgemäß äußerst gering: Der stärkere RS beschleunigt 0,1 Sekunden schneller aus dem Stand auf Tempo 100, alle RS 245 erreichen maximal 250 km/h. Der Leistungsunterschied ist viel zu gering, um sich in diesem Segment nennenswert abzusetzen. So bleibt die Topversion vor allem erste Wahl für Kunden, die ungern Kompromisse eingehen – und sei der Unterschied auch noch so gering. Der Verbrauch im NEFZ wird in Verbindung mit Schaltgetriebe mit 6,5 Litern angegeben, mit dem neuen Siebengang-DSG sind es 6,6 Liter – exakt auf diesem Niveau bewegt sich auch der RS mit 230 PS.
Vorstellung: Skoda Octavia RS 245 (7 Bilder)

(Bild: alle Skoda)
Echte Sperre
Zu erkennen ist der RS 245 an ein paar schwarz glänzenden Details wie dem Rahmen des Kühlergrills und den schwarzen 19-Zoll-Felgen. Ein Sportfahrwerk legt den Wagen 14 mm tiefer als die zivil motorisierten Modelle. Gegen Aufpreis lässt sich auch hier das Ansprechverhalten der Dämpfer verstellen. Nur der starke RS bekommt zudem eine „elektronisch geregelte Vorderachs-Sperre“. Unter solchen Bezeichnungen verbarg sich in der Vergangenheit oft genug ein simpler Bremseingriff, der den Schlupf etwas reduzieren sollte. Im Falle des jeweils stärksten RS verbaut Skoda aber ein Verteilergetriebe mit einer Lamellenkupplung – was ungleich aufwendiger und wirkungsvoller ist als ein System, bei dem zu viel Schlupf „weggebremst“ wird – diesen billigeren Weg geht Skoda beim RS mit 230 PS.
Skoda verrät noch nicht, was das Spitzenmodell kosten soll. Bisher lagen zwischen dem normalen RS und dem RS 230, der besser ausgestattet war, 2800 Euro. Bliebe es bei dieser Differenz, würde der neue stärkere Combi RS 245 mit Schaltgetriebe 34.390 Euro kosten. So bleibt es wohl vorerst dabei, dass der stärkste Skoda begehrt ist. Und wer über die Länge der Vorfreude unfroh ist, kann sich vielleicht mit einem Blick zurück ein wenig trösten: Einst waren es Jahre, an deren Ende kein modernes Auto mit 230 oder 245 PS stand.
(mfz)