Abgas-Skandal: KBA bekommt Teststrecke
Als Konsequenz aus dem Abgasskandal bei Volkswagen bekommt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein Testgelände für eigene Messfahrten. Es soll auf dem Areal eines früheren Bundeswehr-Flughafens in Leck in Schleswig-Holstein entstehen
(Bild: KBA)
- dpa
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Als Konsequenz aus dem Abgasskandal bei Volkswagen bekommt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein Testgelände für eigene Messfahrten. Es soll auf dem Areal eines früheren Bundeswehr-Flughafens in Leck in Schleswig-Holstein entstehen, wie das Bundesverkehrsministerium anlässlich einer Vereinbarung mit den betroffenen Kommunen mitteilte. Damit könnten nun Bauplanungen für die Strecke beginnen. Dort sollen nach dem Vorbild unangemeldeter Doping-Tests im Sport Abgaswerte von Fahrzeugen kontrolliert werden, die von Leihwagenanbietern oder direkt aus Autowerken stammen. Mit Privatwagen ist das nicht geplant.
Minister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der dpa: „Diese zusätzlichen Prüfungen sollen dazu beitragen, dass künftig Betrug bei der Abgasreinigung verhindert wird.“ Nach dem Skandal um Schadstoff-Manipulationen bei Volkswagen hatte Dobrindt den Aufbau einer staatlichen Prüftechnik in die Wege geleitet. Bisher beauftragte das KBA Prüfdienste wie TÜV oder DEKRA mit technischen Kontrollen.
Für Messungen im realen Fahrbetrieb auf der Straße hat die Behörde bereits zwei mobile Prüfgeräte (PEMS) angeschafft. Die Technik sei einsatzbereit, nachdem Schulungen für KBA-Beschäftigte abgeschlossen seien, hieß es vom Ministerium. Für das KBA soll zudem ein Labor mit Prüfständen aufgebaut werden, für das im Januar 2017 ein Gebäude in Harrislee in Schleswig-Holstein gekauft wurde. Nach Umbauten sollen im Laufe des Jahres Mitarbeiter des KBA einziehen. Die Behörde steht in der Kritik, weil sie eine von Volkswagen eingesetzte illegale Software nicht entdeckte, die Abgaswerte manipulierte. Der Skandal flog 2015 in den USA auf, wo Behörden seit Jahren eigene Prüftechnik haben. (mfz)