Fahrbericht: Toyota Yaris Hybrid
Der Zyklus einer Autogeneration kann schon mal ein wenig länger dauern. Vor allem dann, wenn es sich um einen Kleinwagen handelt, dessen Entwicklungskosten dennoch recht hoch sind. Toyota hat sein Erfolgsmodell Yaris nach sechs Jahren nun zum zweiten mal überarbeitet
- Marcel Sommer
Toyota setzt auf Kontinuität und hat daher sein erfolgreiches B-Klasse-Modell Yaris nach sechs Jahren nun zum zweiten mal überarbeitet. Die Antriebstechnik wird nur fortgeführt, wo sie, wie etwa der Hybridantrieb, zum Erfolg beiträgt. Der Dieselmotor fällt daher aus dem Programm und auch der mittelgroße 1,33-Liter große Ottomotor wird nicht mehr angeboten. Der Rest ist zumeist Feinarbeit.
Die dritte Version der dritten Generation unterscheidet sich in seiner Karosseriegestaltung nur wenig und im Interieur kaum von seinem Vorgänger. Die neu gestaltete Front und eine etwas angepasste Heckschürze laufen nun unter „Katamaran-Look”, die prominenteste Änderung am Heck sind in die Heckklappe reichenden Rückleuchten. Im Innenraum werden neue Polster, Bezugstoffe, Verkleidungen und Farbkombinationen eingebaut.
Fahrbericht: Toyota Yaris Hybrid (20 Bilder)

Die größte Änderung sieht man nicht: Der 1,33 Liter große Ottomotor wird von einer erneut überarbeiteten Version des bereits vorher erhältlichen 1,5-Liter-Aggregats ersetzt. Der einzige Dieselantrieb im Angebot entfällt, weiter im Programm bleibt der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum.
3,3 Liter auf 100 Kilometer soll der 100 PS leistende, 111 Nm kräftige Yaris Hybrid verbrauchen. Solche optimistischen Angaben entspringen der Möglichkeit, sich als Hersteller mithilfe des NEFZ im Flottenverbrauch schönrechnen zu können. Für diese Möglichkeit haben die europäischen Regierungen mit Autoproduktion die Lobbyisten der Industrie walten lassen und aus Angst um Arbeitsplätze, also Wählerstimmen, den Bock zum Gärtner gemacht. Als Verbrauchsangabe für den täglichen Realbetrieb taugt sie also kaum, als direkte Vergleichsgröße zu anderen Autos noch weniger.
Wir haben nach 100 Kilometern knapp fünf Liter nachgetankt. Das ist annehmbar und realistisch. Unser ausführlicher, zweiwöchiger Test mit dem identisch motorisierten Vorgänger vor etwas über zwei Jahren ergab einen Verbrauch von 4,7 Litern, die Fahrer, die Spritmonitor nutzen, kommen auf 4,8. Sparsamer kann den Wagen mit Sicherheit bewegen, wer es darauf anlegt.
Überraschung: Die halbe Strecke rein elektrisch
Toyota hat auf einer „umfassenden Datenbasis aus mehr als einer halben Million Kilometer in den verschiedensten Umgebungen” herausgefunden, dass der Yaris „als herkömmlicher Hybrid ohne Plug-in-Funktion im Mittel zu mehr als 54 Prozent rein elektrisch fährt. Sein durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch liegt unter diesen realen Verkehrsbedingungen bei 5,0 Litern auf 100 km.” Deckt sich mit unseren Erfahrungen.