Erste Eindrücke vom Skoda Karoq
Der Karoq wartet wie der Ateca mit sehr großzügigen Platzverhältnissen und einem großen Kofferraum auf. Er ist deutlich komfortabler abgestimmt als der Seat. Für einen Yeti-Nachfolger ist er allerdings zu groß. Wir konnten schon Eindrücke sammeln
- Christian Lorenz
Angeblich lässt sich „Karoq“ auf die Begriffe „Auto“ („Karaq“) und „Pfeil“ („Ruq“) in der Sprache der Ureinwohner der Kodiak-Inseln südlich von Alaska zurückführen. Dieses Archipel dient Skoda anscheinend als Insprirationsquelle für SUV-Namen. Interessanter ist, dass der Karoq im Vergleich knapp 16 cm länger als der noch aktuelle Yeti ist. Mit 4,38 ist er ungefähr so lang wie die auf der gleichen MQB-Plattform aufbauenden Seat Ateca und etwas kürzer als ein VW Tiguan. Damit ist der Karoq eigentlich kein Nachfolger für den deutlich kleineren Yeti, sondern schlicht ein weiterer Ableger des Tiguan.
Das lässt eine Lücke für ein weiteres Kompakt-SUV in der Größe des Audi Q2. Mit ca. 4,20 m Länge wäre das dann eher so etwas wie ein Yeti-Nachfolger. Die Basis des Q2 wird mit einiger Sicherheit auf weitere Konzernmodelle von Skoda, VW und Seat ausgerollt – im Falle von VW in Form eines geplanten Polo-SUV, das ab 2019 verkauft werden soll. Ähnliches erwarten wie bei Seat mit einem umgelabelten Ibiza.
Erste Eindrücke vom Skoda Karoq (7 Bilder)

(Bild: alle Wolfgang Gomoll)
Viel Platz
Der Karoq wartet wie der Ateca mit sehr großzügigen Platzverhältnissen auf. Vorne und auf der Rücksitzbank haben auch großgewachsene Personen bequem Platz. Der Kofferraum ist sehr variabel. Die Rücksitzbank ist verschiebbar, auch die Lehne lässt sich verstellen. Unter die Abdeckung sollen minimal 488 Liter Gepäck passen, bei umgeklappter Fondsitzbank maximal 1810 Liter.
Beim Fahren fällt im Vergleich zum Ateca sofort die komfortablere Fahrwerksabstimmung auf. Auch schlechte Straßen sind kaum spürbar. Bei der ersten Ausfahrt vermissten wir die adaptiven Dämpfer nicht, die als Sonderausstattung kommen werden. Abstriche bei der Agilität muss man im Vergleich zum Ateca allerdings schon machen. Das ist aber in erster Linie der zu leichtgängig abgestimmten Lenkung anzulasten. Sie vermittelt zu wenig Fahrbahnkontakt.
Allerdings kündigte Skoda-Chef Bernhard Maier hier noch Feinschliff an. Bis zum Serienstart soll sich die Kennlinie der Servolenkung stärker an die jeweiligen Fahrmodi anpassen. Im Sportmodus soll sie dann schwergängiger sein und mehr Fahrbahnkontakt vermitteln. Ein Dynamik-SUV wird wohl auch dann nicht aus dem Karoq werden. Das ist aber kein Schaden. Im Gegenteil: Wir freuen uns über ein neues SUV mit pragmatischem Zuschnitt und gutem Federungskomfort.
Fünf Motoren
Zu Beginn werden wohl fünf Motorvarianten (zwei Benziner, drei Diesel) mit 115 PS bis 190 PS zur Auswahl stehen, die entweder mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden können. Die kleinen Maschinen werden das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit trockenen Kupplungen bekommen, mit dem Volkswagen in den vergangenen Jahren reichlich Ärger hatte. Sie werden auch mit Frontantrieb erhältlich sein. Die stärkeren Motoren bekommen das neue Siebengang-DSG mit nassen Kupplungen und werden den Allradantrieb serienmäßig haben.
Für unsere Ausfahrt standen der neue 1.5 TSI und der 2.0 TDI mit jeweils 150 PS zur Verfügung. Beide liefern der erwarteten Schub, wobei der Diesel etwas stämmiger wirkt, der Benziner aber dafür deutlich leiser. Beide passen zum SUV sehr gut, weniger würde wohl auch reichen. Volkswagen hatte den Ateca 2.0 TDI mit Schaltgetriebe nur mit einem Speicherkat geplant und musste dann in einer „Nacht-und-Nebel“-Aktion einen SCR-Kat bei schon produzierten Fahrzeugen nachrüsten, weil die Stickoxidwerte anders nicht in den Griff zu bekommen waren. Wir vermuten, dass an einer Wiederholung dieser peinlichen Angelegenheit gerade bei Volkswagen keiner Interesse haben dürfte und der Karoq-Diesel von Anfang an mit SCR-Kat ausgeliefert wird.
Er wird als erster Skoda gegen Aufpreis mit einem frei programmierbaren Display anstelle eines normalen Kombi-Instrumentes ausgestattet werden können. Man kann unter vier Grund-Layouts wählen. Darunter ist auch eine auf die wichtigsten Informationen beschränkte Instrumentierung für Nachtfahrten. Natürlich wird das Angebot an Assistenzsystemen auf dem gleichen Niveau wie beim Kodiaq liegen. Im Testwagen war auch das bekannte Multimediasystem mit einem 9,2-Zoll-Touchscreen verbaut. Zu den Preisen äußert sich Skoda noch nicht. Wir rechnen mit einem Grundpreis von etwa 22.000 Euro. (chlo)