BMW X3: Preise
(Bild: BMW)
Es gibt sie noch, die Neuerscheinungen, die auch gestandene Redaktionen überraschen. Der neue BMW X3 gehört potentiell eigentlich nicht zwingend dazu, das Interesse an ihm vielleicht genau deshalb aber schon. Dabei scheint diese Klasse nicht nur für Menschen interessant zu sein, die in den Genuss eines Dienstwagens kommen, denn immerhin rund ein Drittel aller deutschen X3-Zulassungen sind nicht gewerblich. Bei der direkten Konkurrenz von Audi und Mercedes liegt dieser Anteil in einem ähnlichen Bereich. Das ist bemerkenswert, denn BMW langt dem X3-Käufer tief in die Tasche, wie ein Blick in die neue Preisliste zeigt.
Das vorläufige Basismodell, der X3 20d, kostet 47.000 Euro. Darauf aufbauend gibt es die vier Ausstattungslinien Avantage, XLine, Luxury Line und M-Sport, die unterschiedliche Akzente setzen. Ohne Zuzahlung sind unter anderem eine Einzonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe vorn und hinten, USB-Anschluss und 18-Zoll-Leichtmetallräder enthalten. Schon aus optischen Gründen wird wohl ein Großteil der Kundschaft die 3-Zonen-Klimaautomatik bevorzugen, die dann ein eigenes Display mitbringt. Die Serienanlage wirkt optisch wie ein Tonbandgerät im Umfeld der Frankfurter Börse. Warum sich der mit 1200 Euro ohnehin schon recht kostspielige Abstandstempomat nur zusammen mit „Bedienelemente in Galvanik“ bestellen lässt, wissen vermutlich auch nur die Kalkulatoren.
BMW X3: Preise (17 Bilder)

(Bild: alle BMW)
Kreative Kopplungen
Auch im Infotainmentbereich war BMW ausgesprochen kreativ. So gibt es weiterhin zwei Navigationssysteme, wobei das teure System nur im Paket angeboten wird. Darin enthalten sind Feinheiten wie eine kabellose Ladestation für Handys, Echtzeitverkehrsdaten und eine Alarmanlage. Letztere nicht ohne Grund, denn BMW-Navis waren in der Vergangenheit nur allzu oft fremdbegehrt. Ein gutes Mittel dagegen ist im Prinzip die kleinere Navi-Lösung für 1490 Euro, die im X3 M40i serienmäßig ist. Doch für ein zeitgemäßes Navigieren sollte man die 160 Euro für die Lieferung von Verkehrsdaten in Echtzeit investieren. Damit kommt man dann kaum schlechter ans Ziel als mit der teuren Lösung, zumal beide kostenfrei für drei Jahre Kartenupdates bekommen.
Doch BMW macht die Entscheidung für das kleinere System nicht gerade leicht. Ob „Online Entertainment“, „Remote Service“, Gestensteuerung oder Instrumentendisplay: All diese Dinge gibt es nur zusammen mit dem teuren Navi. Richtig ärgerlich ist aber, dass man nun das große Soundsystem von Harman/Kardon nicht mehr mit dem etwas weniger überteuerten, kleinen Navi kombinieren kann. Denn die vermeintlich günstige, BMW-eigene „HiFi“-Lösung für 390 Euro war schon in einigen BMW-Testwagen, die wir hier hatten, eher eine tonale Empfehlung für das große System, eine in dieser Hinsicht sehr überzeugende Empfehlung …
Teures Licht
Genaues Hinsehen lohnt auch an anderer Stelle. Der BMW X3 hat ohne Aufpreis LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten. Vorn wie hinten sind ohne Aufpreis allerdings nur teilweise LEDs verbaut. Erst wer die Option „LED-Scheinwerfer mit erweiterten Umfängen“ für immerhin 1150 Euro hinzunimmt, bekommt auch Fern-, Stand- und Tagfahrlicht sowie die alle Rücklichter in dieser Technologie. Für eine adaptive Lichtverteilung werden weitere 340 Euro fällig. Das Blicklicht bleibt stets in Halogen. Schwacher Trost: Im Vorgänger war ein adaptives LED-Licht absurde 2500 Euro teuer.
Zusammen mit anderen aufpreispflichtigen Dingen wie Sitzheizung, Displayschlüssel, automatisch abblendender Innenspiegel, Gepäckraumtrennnetz oder ein schlüsselloser Zugang kann so ein X3 schnell 5000 Euro teurer werden, ohne in Luxus zu schwelgen. Einem Erfolg wird diese selbstbewusste Preispolitik kaum im Weg stehen, denn erstens war es bisher nicht anders und zweitens macht es die direkte Konkurrenz ebenso. Solange die Kundschaft weiterhin reichlich zugreift, wird sich nichts ändern. Die Nachfrage regelt die Preise – und sie ist derzeit gerade in der Kombination „klangvoller Markenname“ und „SUV“ hoch.