Vergleich: Audi Q5 2.0 TDI - Mercedes GLC 250d

Alle Leute wollen SUV - fast alle. Besonders in der Mittelklasse scheinen die Kombifans von einst sich längst nur noch in einem Crossover wohl zu fühlen. Zwei der beliebtesten Aufstiegsmöglichkeiten: Audi Q5 und Mercedes GLC

vorlesen Druckansicht 18 Kommentare lesen
Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Wolfgang Gomoll
  • Stefan Grundhoff
Inhaltsverzeichnis

Die Wettbewerber sind sich sehr ähnlich und haben offenbar auch die gleichen Kunden: Bei Audi Q5 und Mercedes GLC, seit ihrem Marktstart Erfolgsmodelle der SUV-Mittelklasse, entscheiden sich die meisten Kunden für einen Zweiliter-Selbstzünder um die 200 PS. Dazu wählen sie mehrheitlich Allradantrieb und Automatik. Weitere Gemeinsamkeiten: Beide Autos sind knapp 4,70 Meter lang, die Preise für eine Premium-Alternative zum Familienkombi gerade noch bezahlbar. Gründe genug für einen Vergleich der beiden Aufstiegsmöglichkeiten.

Der neuere der beiden Konkurrenten ist der Audi Q5. Das sollte schon deshalb erwähnt werden, weil man ihm das kaum ansieht. Im Vergleich zu seinem sehr erfolgreichen Vorgänger gibt es optisch keine nennenswerten Unterschiede. Die präziseren Kanten, Linien und Falze fallen ebenso kaum ins Auge wie leicht modifizierte Leuchteneinheiten an Front und Heck sowie die geschwungene Linie an der Flanke. Ihm gegenüber steht der Mercedes GLC schon etwas länger auf dem Markt, deutlich erfolgreicher und schicker als der Vorgänger GLK.

Vergleich: Audi Q5 2.0 TDI - Mercedes GLC 250d (16 Bilder)

Mercedes GLC 250d 4matic gegen Audi Q5 2.0 TDI Quattro

Als Familienauto bieten beide ein stimmiges Paket, es gibt ausreichend Platz für zwei Erwachsene, zwei Kinder plus das nötige Gepäck. Auch, wenn es einmal in den Urlaub oder ins Wochenende gehen sollte, bieten beide großzügige 550 Liter Laderaum, der sich durch Umlegen der Rückbanklehnen auf 1550 bzw. 1600 Liter erweitern lässt. Eine elektrisch betätigte Heckklappe kostet aber noch extra, 490 Euro für den Audi Q5, 535 Euro beim Mercedes GLC.

Überhaupt präsentieren sich beide Modelle ab Werk in einer Buchhalterausstattung, wie man es für Premium-SUV im Jahre 2017 nicht für möglich halten würde. Mercedes bietet seinen mindestens 47.219 Euro teuren GLC 250d 4matic tatsächlich noch mit Halogenlicht an. Sitzheizung, Alarmanlage, Navigationssystem oder digitales Radio kosten ebenso extra wie ein praxisgerechter 66-Liter-Tank. Das Standardmodell bietet gerade einmal 50 Liter.

Leider sieht es beim Audi Q5 2.0 TDI (ab 46.400 Euro) nicht viel anders aus. Zwar haben alle Q5-Modelle durchweg 65 Liter Tankinhalt und bieten immerhin Xenon-Licht, doch auch hier stehen Sitzheizung, Alarmanlage oder Navigation in der schier endlosen Aufpreisliste.

Wer beide Modelle nur mit dem klassenüblichen Mindestpaket bestellt, bezahlt leicht 55.000 Euro. Und wenn es die zahllosen Fahrerassistenzsysteme oder vollelektrisch einstellbare Ledersitze sein sollen, dann wird es schnell noch deutlich teurer. Beim Thema Bedienung und Navigation holt sich der Audi Q5 wertvolle Punkte gegenüber dem Mercedes GLC. Beides wirkt bei dem in Mexiko gebauten Ingolstädter moderner, auch wenn die Bedienung bei beiden Modellen über die Dreh-Drücksteller nicht derart intuitiv wie beispielsweise beim BMW X3 ist. Beide Displays verzichten auf eine Touchfunktion.

Der Vierzylinder-Diesel des Audi Q5 fühlt sich ausgewogener an. Er leistet als 2.0 TDI zwar nur 140 kW / 190 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm ab 1750/min, doch steht er dem GLC 250d von Mercedes mit seinen 150 kW / 204 PS aus 2,2 Litern Hubraum und doppelter Turboaufladung in Sachen Tatendrang trotz 100 Nm weniger kaum nach. Im Gegenteil: der 1,9 Tonnen schwere Audi beschleunigt aus dem Stand in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und schafft dabei fast 220 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dabei läuft der Motor deutlich vibrationsärmer als der Mercedes-Diesel, der besonders im kalten Zustand zudem noch nach Traktor klingt.