Vorstellung: KTM Freeride 250 F
KTM hat überraschend seinen kleinen Geländegänger Freeride überarbeitet. Ab sofort tritt das Leichtgewicht mit einem 250-ccm-Viertaktmotor an. Er basiert auf dem Einzylinder der 250 EXC-F, der ein kräftiger, hochdrehender Motor ist
- Ingo Gach
KTM hat überraschend seinen kleinen Geländegänger Freeride überarbeitet. Ab sofort tritt das Leichtgewicht mit einem 250-cm3-Viertaktmotor an. Als die Freeride 2012 mit dem deutlich schwächeren 350er-Viertakter aus der Sportenduro EXC-F debütierte, war sie gleich everybodies darling. Egal ob Enduroeinsteiger oder Trial-Profi, jeder fühlte sich auf der Freeride wohl. Ihr Geheimnis lag in der souveränen Beherrschbarkeit. Sie leistete zwar nur 23 PS, wog aber auch nur 99,5 kg, so dass sie niemanden überforderte und genau das machte, was der Fahrer von ihr wollte. Konzipiert war die Mischung aus Trialmaschine und Hardenduro für den extremen Geländeeinsatz, aber sie erwies sich rasch als Universaltalent. Sie kraxelte nicht nur mühelos den steilen Hang im Wald hoch, sondern erfreute auch auf der Schotterpisten-Tour in den Alpen genauso wie als City-Flitzer. Bald kamen zur Freeride-Familie ein 250er-Zweitakter und sogar ein Elektromotor hinzu.
Noch kompakter
Für den Modelljahrgang 2018 ersetzt KTM nun den 350er-Viertakt- und den 250er-Zweitaktmotor zugunsten eines 250er-Viertakters. Er basiert auf dem Einzylinder der 250 EXC-F, der ein kräftiger, hochdrehender Motor ist. Im Vergleich zum bereits betagten 350er- ist der neue Freeride-Motor leichter, kompakter und 20 mm kürzer. So konnten die Massen noch besser zentralisiert werden, was eine bessere Handlichkeit mit sich bringt – eine Disziplin, in der die Freeride ohnehin schon exzellent war. Für das neue Einsatzgebiet wurde der 250-EXC-F-Motor in der Höchstleistung von knapp 40 PS bei 11.300 U/min deutlich reduziert zugunsten eines besseren Drehmomentverlaufs. Die Freeride 250 F bringt es in der legalen Version für die Straße auf 20,5 PS und 18 Nm Drehmoment. Nebenbei erwähnt ist das übrigens mehr Leistung, als die aktuelle 250 EXC-F mit 13,6 PS (10 kW) in die Fahrzeugpapiere eingetragen bekommt. Wer sich auf abgesperrtem Gelände austobt, kann die Freeride 250 F sogar offen mit 26 PS und 22 Nm bewegen.
Vorstellung: KTM Freeride 250 F (14 Bilder)

Gute Traktion
Bei der KTM Freeride geht es nicht um Höchstgeschwindigkeit und Rundenrekorde, sondern um das Bewältigen schwieriger Passagen, was gute Traktion und spontanes Ansprechverhalten erfordert. Für die offene Version kann bei den hauseigenen Powerparts ein Mapping-Schalter geordert werden. Mit ihm lassen sich per Knopfdruck am Lenker verschiedene Motorcharakteristiken und eine Traktionskontrolle abrufen. Mit dem neuen Jahrgang hat die Freeride ein schneller arbeitendes Steuergerät bekommen, das für jeden Gang ein eigenes Mapping bereithält.
KTM setzt weiterhin auf die speziell für die Freeride entwickelten Trial-Maxx-Reifen von Maxxis. Ihr Profil ist offener als das von reinen Trialreifen, aber enger als das von Sportenduroreifen. Unverändert: Unter dem Heck sitzen immer noch zwei mit je einem Katalysator bestückten Aluminium-Schalldämpfer.
Noch leichter
KTM konnte bei der Freeride 250 F noch weiter am Gewicht sparen. Es sollen etwas unter 99 kg sein, bisher brachte es die Freeride 350 auf 99,5 kg. Zum Vergleich: Selbst eine schon als sehr leicht geltende KTM 250 EXC-F bringt 114 kg auf die Waage. Im Geländeeinsatz ist der Fahrer um jedes Kilogramm dankbar, dass er nicht mitschleppen muss.