Elektroauto-Vorreiter Tesla wendet sich angeblich von Nvidia ab
Tesla will beim Infotainment-System kĂĽnftig auf Intel- statt Nvidia-Chips setzen, schreibt Bloomberg. KĂĽrzlich berichtete auĂźerdem CNBC, dass Tesla fĂĽrs autonome Fahren auf AMD-Technik setzen will.
Tesla will bei den Infotainment-Systemen im Tesla Model 3 und den kĂĽnftigen Varianten des Tesla Model S und Model X offenbar Kombiprozessoren von Intel statt Nvidia verwenden. Dies berichtet die US-Nachrichtenseite Bloomberg und verweist auf anonyme Quellen. Tesla, Intel und Nvidia wollten den Bericht Bloomberg zufolge nicht kommentieren.
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Vor einer Woche meldete der US-Fernsehsender CNBC, dass Tesla unter anderem mit Hilfe von AMD einen eigenen Prozessor für autonomes Fahren entwickele. Auch dieser Bericht bezog sich auf anonyme Quellen. Tesla hat demnach bereits Zugriff auf erste Prototypen. Diese K.I-Prozessoren sollen geistiges Eigentum von AMD enthalten – inwiefern sich dieses allerdings konkret auf K.I./Deep-Learning-spezifische Einheiten bezieht, ist ungewiss. Auch zum Auftragsfertiger gibt es bisher keinerlei Informationen.
Nvidias Autonomous-Driving-Modul Drive PX2.
(Bild:Â Nvidia)
Gerät Nvidia ins Hintertreffen?
Tesla setzt bei den derzeitigen Fahrzeug-Modellen auf das Nvidia-System Drive PX2, um die Berechnungen fürs autonome Fahren durchzuführen. Ein Drive-PX2-Modul enthält zwei Parker-Kombichips und zwei dedizierte Pascal-Grafikchips. Ein Parker-SoC besteht aus zwei Denver-2-Prozessorkernen (ARM v8 64 Bit) und vier Cortex A57, die Pascal-GPU enthält 256 Shader-Rechenkerne. Parker ist CAN-fähig und erfüllt die Norm ISO 26262 für sicherheitsrelevante elektrische Fahrsysteme.
Tesla Motors stellte uns ein "Model S P90D" mit Autopilot als Testfahrzeug zur VerfĂĽgung. (Bild: Peter-Michael Ziegler / heise online)
Prozessor-Mastermind Keller: Von K8 ĂĽber Ryzen zu Tesla
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Prozessordesigner Jim Keller, der bei AMD unter anderem fĂĽr die Entwicklung der Zen-Prozessorarchitektur verantwortlich war (Prozessorserie: Ryzen), Anfang vergangenen Jahres zu Tesla wechselte und dort die Leitung des Bereichs Autopilot Hardware Engineering ĂĽbernahm. Bei Tesla soll Keller laut CNBC mit einem Team aus 50 Mitabeitern am K.I-Chip arbeiten. Neben Keller arbeiten demnach auch einige AMD-Veteranen, etwa Ganesh Venkataramanan, Principal Hardware Engineer Bill McGee und System Circuit Design Lead Dan Bailey.
Keller gilt in der Branche als Koryphäe und war auch schon für viele andere Firmen tätig; so entwickelte er etwa bis 1998 die Prozessoren Alpha 21164 und 21264 mit (Firma DEC), anschließend zeichnete er sich bei AMD für die erfolgreiche K8-Prozessorarchitektur verantwortlich (Serie: Athlon 64), fungierte folgend als Entwicklungschef bei P.A.-Semi bis zur Übernahme von Apple, wo er Teil des Design-Teams der ARM-SoCs A4 und A5 war, die iPhones und iPads antrieben und wechselte anschließend wieder zu AMD.
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