Schweizer Verbraucherschützer verklagen VW
Wegen des Abgasbetrugs durch Volkswagen hat die Schweizer Verbraucherschutzorganisation SKS eine Schadenersatzklage eingereicht. Rund 6000 Betroffene sollen entschädigt und ein Weg zu einer Sammelklage nach US-amerikanischem Vorbild gefunden werden
- dpa
(Bild: Florian Pillau)
Wegen des Abgasbetrugs durch Volkswagen hat die Schweizer Verbraucherschutzorganisation SKS eine Schadenersatzklage eingereicht. Vorausgegangen war eine Klage der SKS wegen wegen „illegalen Nutzens der Prüfstandserkennung zur Manipulation von Abgaswerten“ am 7. September 2017. Rund 6000 Betroffene sollen entschädigt werden, wie SKS-Geschäftsleiterin Sandra Stalder heute (29. Dezember 17) in Zürich sagte. Die Klage richte sich gegen Volkswagen und den Schweizer Automobilhändler Amag als Importeur.
„Die beim Verkauf als umweltfreundlich gepriesenen Autos waren von vornherein überteuert“, findet die SKS. Zudem hätten sie wegen der Manipulationen der Abgasvorrichtungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt an Wert verloren. „Von einem Wertzerfall kann keine Rede sein“, konterte Amag. Sie nehme die Klage mit Unverständnis zur Kenntnis. In der Schweiz seien mehr als 98 Prozent der VW-Modelle und 95,5 Prozent über alle Marken mit dem Dieselmotor vom Typ EA189 inzwischen mit einem Softwareupdate ausgestattet worden.
Die SKS hat sich nach eigenen Angaben vergeblich um Verhandlungen mit Volkswagen und Amag über eine Erstattung finanzieller Schäden für die betroffenen Kunden bemüht. „Der Konsumentenschutz geht von einem durchschnittlichen Schaden von 15 Prozent des Neuwerts der betroffenen Wagen aus“, so die SKS. Mit der Klage muss sich das Handelsgericht in Zürich befassen.
Wie in Deutschland soll zudem der Weg zu einer Sammelklage nach US-amerikanischem Vorbild aufgezeigt werden: „Das Ziel ist, auch in der Schweiz Sammelklagen zu ermöglichen", sagte Stalder. (fpi)