Fahrbericht: Ford Expedition 2018

In den USA herrschen, was die richtige FahrzeuggrĂ¶ĂŸe angeht, vielfach andere Vorstellungen als in Europa. Ein Ausflug mit dem fĂŒr europĂ€ische VerhĂ€ltnisse riesigen, auf dem US-Markt recht populĂ€ren Ford Expedition 2018 zeigt dies eindrĂŒcklich

vorlesen Druckansicht 17 Kommentare lesen
Ford Expedition
Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Wolfgang Gomoll
Inhaltsverzeichnis

Die USA sind ein Land voller WidersprĂŒche. Dort wurde der Betrug von Volkswagen aufgedeckt. In Kalifornien gilt eines der strengsten Abgasgesetze der Welt. Andererseits haben sie einen PrĂ€sidenten, der den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht zu kennen scheint. In den USA herrschen zudem, was die richtige FahrzeuggrĂ¶ĂŸe angeht, vielfach andere Vorstellungen als in Europa. Ein Ausflug mit dem auf dem US-Markt recht populĂ€ren Ford Expedition 2018 zeigt dies eindrĂŒcklich.

Jeder Mensch mag das anders empfinden, aber wenn ich vor einem Land Rover Range Rover, einem Audi Q7 oder einem Mercedes GLS stehe, kommen mir diese Modelle unglaublich wuchtig vor. Verglichen mit einem Ford Expedition wirken sie allerdings geradezu sozialvertrĂ€glich, wobei der mit einer LĂ€nge von 5,33 Metern fĂŒr ein amerikanisches SUV gerade einmal guter Durchschnitt ist. Das Platzangebot ist erwartungsgemĂ€ĂŸ gigantisch. Auch in der dritten Reihe haben selbst große Erwachsene viel Beinfreiheit – mehr als in vielen europĂ€ischen Vans. Selbst bei voller Bestuhlung bleiben mindestens 592 Liter Kofferraum ĂŒbrig. Wer also richtig viel Platz braucht, einen Bus vom Schlage einer Mercedes V-Klasse aber ablehnt, könnte hier seinen Traumpartner finden. Die dritte Reihe kann elektrisch versenkt werden, die zweite Reihe klappt mechanisch um. Dort ist ein Federpaket eingebaut, das beim Lösen die Sitze umlegt. Ausklappen muss man sie dann von Hand.

Fahrbericht: Ford Expedition 2018 (16 Bilder)

Der Ford Expedition ist ein riesiger, schwerer Brocken - woraus er zu keinem Zeitpunkt ein Geheimnis macht.

Platz gibt es also reichlich, doch der Komfort ist trotzdem eher bescheiden. Ford hat die Hinterachse ziemlich stramm gedĂ€mpft, was auf den in den USA oftmals schlechten Straßen schnell auffĂ€llt. Ein solch detaillierter Zustandsbericht mĂŒsste es wirklich nicht sein, zumal damit keineswegs auch nur etwas Ă€hnliches wie Handlichkeit oder wahrnehmbare Fahrdynamik entsteht. Der Expedition ist ein riesiger, schwerer Brocken und lĂ€sst daran keinen Augenblick auch nur ansatzweise einen Zweifel zu.

Daran Ă€ndert auch der kraftvolle Motor nichts. Der 3,5 Liter-V6-Ecoboost-Motor leistet 400 HP, was 395 PS entspricht. Das maximale Drehmoment wird mit 480 ft lb, also 651 Nm, die bei 3500/min anliegen. Das klingt ĂŒppig, doch hier soll auch eine Masse von rund 2,6 Tonnen bewegt werden – leer, versteht sich. Ford verspricht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter 7 Sekunden, Schluss soll erst bei knapp 200 km/h sein – was in den USA weitgehend irrelevant ist. LĂ€ngs geht es gefĂŒhlt mehr als ausreichend voran, in Kurven fĂŒhlt sich das SUV handlich wie ein Tanker an. Zum flotten Fahren reizt hier wirklich gar nichts.